Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 170

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Der Aufschwung der Industrie
Date
1928-03-01
Page
Seite 170 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379870-2385881--06642-2386263
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

170 Oktober einsetzte, eröffnet neue Perspektiven für die Furidierung und die Ausdehnung der Indiustrie, wenigstens -der, die schon im, Lande ist. .Sie -wird aber ihre eigentliche zionistische Bedeutung erst bekommen, wenn sie durch eine neue Industrie-Ein - Wanderung — ich scheue mich nicht, es auszusprechen: durch eine neue vierte AMjalh — ergänzt wird. Denn vom zionistischen (Standpunkt -aus (gesehen, ist eis sdhfließlich gleichgültig, ob es der Industrie oder der Wirtschaft in iPialästina im allgemeinen gut geht oder nicht, wenn eine günstige Situation sich nicht in eine Verstärkung der Einwanderung umsetzt. Wir müssen dafür Sorge tragen, daß der Aufschwung der (Indiustrie diese zionistische Bedeutung erhält. Nachrichten und Daten. Politik. Dizengoff belgischer Vizekonsul, Diese Ernennung erfolgte vor kurzem — Dizengoff ist bekanntlich der frühere langjährige Bürgermeister von Tel-Aviv, dem diese Stadt sehr viel zu danken hat. Er war auch kurze Zeit Leiter des Departements für städtische Kolonisation in der Zionistischen Exekutive. Naturalisation« Im Dezember halben in Jerusalem 155 Juden um die Naturalisation angesucht. — In Tel-Aviv haben bisher 4942 Familien (16.000 Personen) durch das Amt der Gemeinde um Naturalisation angesucht, das sind 70 Prozent aller noch nicht Naturalisierten. Zirka 5000 ehemalige türkische Untertanen sind außerdem nach dem Gesetz ohne Ansuchen palästinensische Bürger geworden. Die Juden in der palästinensischen Polizei« Entgegen anderslautenden Mitteilungen stellt das Zentralbüro der Zionistischen Weltorganisation fest, daß die Zahl der Juden in der palästinensischen Polizei am 1, Dezember 1927: 350 betrug. Davon dienten 249 in der Landespolizei und 101 in der Kommunalpolizei. In der Landesnolizei ^teilen die Juden 14 Offiziere, 10 Sergeanten, 14 Korporale und l&l Schutzleute, wozu noch 30 Rekruten kommen, und in der Gemeindepolizei 1 Offizier, 2 Sergeanten, 9 Korporäle und 89 Schutzleute. — Dagegen zählt man bei der transjordanischen Grenzmacht 54 Offiziere, 676 Unteroffiziere und Mannschaft, an Juden keinen Offizier und nur 26 Mann. Pro-Palästina-Komitees, Das deutsche Komitee hielt am 8. Februar seine Generalversammlung unter Vorsitz von Graf Bernstorff ab. Die Mitgliederzahl ist von 71 auf 124 gestiegen. Direktor Oskar Wassermann berichtete über seine letzte Palästinareise in sehr optimistischem Sinne. Die Schwierigkeiten des letzten Jahres erklärte er aus dem natürlichen Wirtschaftsprotzeß, wies übertreibende Berichte zurück und schilderte die zuversichtliche Stimmung der Bevölkerung und die Bedeutung der jüdisch-kulturellen Leistungen, Die schon älteren, Jahrzehnte lang bestehenden Siedlungen zeigen, was aus dem Lande gemacht werden kann. Die Resultate der Nachkriegszeit wird man wegen der kurzen Zeit des Bestehens der Siedlungen erst in einigen Jahren abschätzen können. Der Hafenbau an Haifa und die Elektrifizierung des Landes eröffnen weite wirtschaftliche Perspektiven. Am 9. Februar fand in Rom unter Vorsitz des ehemaligen Kolonialministers Prinz Scala die Konstituierung des italienischen Komitees statt, Am 16. Februar wurde in Anwesenheit des Präsidenten der Zionistischen Exekutive, Nahum Sokolow, das österreichische Komitee konstituiert, dem namhafte Politiker. Wissenschaftler und Künstler angehören. Der Vertreter Oesterreichs beim Völkerbund, Graf Meusdorff-Pouilly, gehört dem Präsidium an. Inzwischen hat sich auch in England, neben dem: parlamentarischen „Interfraktionellen Palästinakomitee", itnter Vorsitz von Lord Robert Cecil eine ..Palestine Mandate Society" gebildet, der u. a. Bälfour, Lloyd George. Mac Donald, Snowden, Deeds, Sidebotnam u. a, sowie George Mitchell als geschäftsführender Sekretär angehören. Arabische Politik. Beschwerden. Die arabische liberale Partei urgierte beim Distriktiskommissär die Anstellung weiterer Moslems für den Regierungsdienst im Distrikt Jaffa, die in diesem fast gar nicht vertreten seien. Der Komlmissär versprach, diese Forderung zu befürworten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.