Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Der neue Weg
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 164 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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164 denden vorweggenommenen langfristigen Zeichnungen soviel aufzubringen, als in irgend einem der vorausgegangenen Jahre, Daß die langfristige Zeichnung eine wesentliche Entlastung unserer;Keren Hajessod - Mitarbeiter bedeutet, indem sie diese der Notwendigkeit enthebt, immer wieder dieselben Zeichner an die alljährliche Erneuerung ihrer Zeichnungen zu erinnern, wird ein Grund mehr sein, die freiwerdenden Kräfte auf die Werbung bisher fernstehender Persönlichkeiten zu konzentrieren. Es braucht an dieser Stelle nicht hervorgehoben zu werden, daß der Keren Hajessod hierbei noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft hat. Die beiden Vorschläge, die hier zur Diskussion gestellt werden sollen, unterscheiden sich lediglich dadurch voneinander, daß der erste, der dem Beispiel der kanadischen Zionisten folgt, die Schaffung einer besonderen Organisationsform nicht notwendig macht, mit einem materiellen Opfer nicht unbedingt verbunden zu sein braucht und von einem kleinen, aber kapitalskräftigen Kreis von Zionisten jederzeit ausgeführt werden kann, während der zweite Vorschlag nicht mehr und nicht weniger ist als die Materialisierung des organisatorisch in Keren Hajessod verbundenen Opferwillens und des Gemeinsinns eines ganzen Volkes. Rundschau. Politik. Das Problem der Einbürgerung in Palästina. Von Dr. Kurt Grunwald, Tel-Aviv«. Die Absorbieruing aller politisch aktiven Kräfte innerhalb des palästinensischem Judentums durch die ökonomischen akuten Fragen hat ein Problem in den Hintergrund treten lassen, -das wir trotz aller Bemühungen als ungelöst betrachten müssen- Trotz aller Aufrufe und Aktionen hat die Einbürgerung in «den Kreisen der neuen Immigration keine wesentlichen (Fortschritte gemacht. Man igab formalen Schwierigkeiten,. Schikanen «der Behörden die Schuld; nachdem aber diese, wenigstens teilweise, beseitigt waren, hat sich nichts im Tempo geändert. Num machte man dem Publikum den Vorwurf mangelnden Patriotismus', daß es nicht dien Willen habe., sich imit dem Liande fest zu verbinden und die antiziomistiseihe Presse griff diese Vorwürfe mit Freude auf- Bis die ganze Sache einschlief,. Es ist klar und durchaus verständlich, daß die Bevölkerung eines neuen Koilomis/ationslandes, das notgedrungen von Krisen heimgesucht und .nach Zeiten einer Immigration auch solche der'Reemignation aufzeigen wird, sich erst nach vielen Jahren einer gesicherten Existenz wirtschaftlich so verwurzelt fühlen wird, um die Brücken mit der alten (Heimat afcztubrec'hen, Und das trotz (bester patriotischer Gesinnung für die neue Heimat. Diese Erscheinung konnte zu allen Zeiten und in allen Ländern in ähnlicher Lage beobachtet werden und darum wird auch hier Palästina keine Ausnahme bilden.. Nun heißt es im Artikel 7 des Palästina-Mandates, daß den Juden, die sich, dauernd in Palästina niederlassen wollen, die Einbürgerung zu erleichtern sei. .Diese „Erleichterung" hat man bis heute immer nur in formaler Hinsicht betrachtet. Alle diesbezüglichen Forderunigen betrafen administrative Maßnahmen der Regierung, Herabsetzung der hohen Gebühren und ähnliches. Nun ist eiber durchaus nicht einzusehen,, warum wir diese Erleichterung nicht materiell, rechts inhaltlich auslegen sollen- Diese Frage drängt sich umsomehr auf, als aüf diesem Gebiete hereits »Beispiele existieren. So wäre es zu erwägen-, ob nicht die Schiatffunig von transitorischen „sujets. raixtes"1) eine Lösung darstellen könnte. Hier ist eine Forderung bemerkenswert, die vor etwa Jahresfrist von dem österreichischen Hof rat Dr. Friedrich Hertz in der „Vossisehen Zeitung" erhoben wurde, daß als U eiber gangsstadium bis zu der in ferner Zukunft liegenden staatsrechtlichen Vereinigung eine doppelte Bürgerschaft zwischen Deutschland und Oesterreich eingeführt werde. Wenn nun auch in diesem speziellen Fall das Verhältnis der Staaten ein, anderes ist als in unserem und die .gegenwärtige Rechtspolitik die Entstehung von sujets mixtes verhindern will, so wäre es doch nicht undenkbar, die Regierungen zu veranlassen, bei Erwerbung der palästinensischen Staatsbürgerschaft die frühere in suspenso zu (belassen während einer Frist von etwa zehr*!] Doppeltürgerschaften.