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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Palästina-Touristik
Date
1928-03-01
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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152 Lande ist nicht viel herausgekommen. Man könnte etwa die Touristennummern von »Mis'char Wtaassijah« erwähnen. Der Touristikklub in Tel-Aviv steht leider nur auf dem Papier, die Gesellschaft zur Erschließung der Kurorte hat erst jetzt mit ihrer Tätigkeit begonnen. So wichtige Aufgaben wie die Gründung eines Hotelierverbandes sind bisher nicht gelungen. Auch die Regierung hat so gut wie jede Initiative vermissen lassen. Hier stehen noch große Aufgaben vor uns. Ansiedlung auf Grund rationeller Milchwirtschaft. Ein Vorschlag von Charles Woursell (derzeit Wien). Der Autor hat in Kanada reiche Erfahrungen in der Milchwirtschaft .gesammelt; wir halten es dialher von Interesse, seinen Vorschlag zu veröffentlichen, wenn auch manches darin, wie die Erkenntnis, daß Getreidebau in 'Palästina nicht loOnnenid ist, etc., nicht neu ist und wir seine Hoffnung, den Milchabsatz in Palästina bei (billigem Prelis <ungeme>s;sen ausdehnen zu können, nicht teilen. Die Red. Es scheint, daß das Problem, wie Palästina — auf einer Basis, die in der kürzest möglichen Zeit den Aufbau des nationalen jüdischen Heims verbürgt — mit einer jüdischen Bevölkerung besiedelt werden soll, noch weit von einer Lösung ist, und daß ferner die in der Kolonisation erreichten Resultate niemand befriedigen können: denn der Boden ist unergiebig und ungenügend gedüngt; der Siedler hat nicht genug Boden,, oder keine Bewässerung und zu wenig Milchvieh, und die Zionistische Organisation ermangelt des Geldes, weil ihre Investitionen sich nicht verzinsen. Ich möchte daher auf Grund von praktischen Erfahrungen einen Vorschlag machen: Viehstand in genügender Zahl von bester Rasse; der Anbau von Futtermitteln, reich an Protein in genügenden Mengen; rationelle Fütterung bei Verwendung von Oelkuchen und gut konservierter Dünger werden, wenn die von mir überall in der Welt gewonnenen Erfahrungen nicht täuschen, das Problem zufriedenstellender und rascher lösen, als die Wahl irgend eines anderen Systems. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Milchkuh der beste Produzent ist. Die Größe ihrer Produktion hängt von ihrer Rasse, von der Futterration, die sie erhält, und von der für ihre Pflege aufgewendeten Sorgfalt ab. Die Tatsache, daß Milch einen großen Prozentsatz Protein enthält, begründet die Notwendigkeit, die Kuh mit proteinreichen Substanzen zu füttern. Länder, die Oelkuchen exportieren, sind meist aim und jene, die sie importieren, meist verhältnismäßig reich. England, Frankreich, Deutschland, Holland und Belgien haben doppelt so gute Weizenernten als die Vereinigten Staaten und Kanada, trotz der Tatsache, daß der Boden in den letzteren Ländern verhältnismäßig jungfräulich ist. Gerade deshalb glauben nämlich die meisten Landwirte in diesen Ländern, ihr Boden sei genug kräftig für die Produktion, und weil die Landzuweisungen groß gewesen sind, zwischen 160 und 320 Acker (d, s. 700 bis 1400 Dunam) sowie die Arbeitskraft teuer ist, wird aus diesen Gründen im allgemeinen die Düngung1 vernachlässigt, und als Resultat ergibt sich die Erschöpfung des Bodens. Da Palästina so wenig Vieh hat, daß der Kleinhandelspreis für Milch dort beiläufig dreimal so hoch ist als in Europa, können wir über die geringen Durchschnittsernten — das bezieht sich insbesondere auf Getreideernten — nicht verwundert sein; die Kolonisation aber wird dadurch nicht gefördert. Ein Blick nach Holland belehrt

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