Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Landbesteuerung in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 149 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
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149 Oscher müßte, wie schon erwähnt, so durchgeführt werden, daß er eben eine Steuer vom Reinertrag wird. Der Autor zeigt den Weg dazu, doch wird vorerst die vollkommene Katastrierung durchzuführen sein, die beschleunigt werden muß. Inzwischen sollten wenigstens die Werko von solchen Böden nicht entrichtet werden, die Oscher zahlen und die Viehsteuer nur von den Nomaden eingehoben werden. Ferner sollen bei Schätzung des Oschers die Produktionskosten berücksichtigt werden und eine Reihe von Produkten vom Oscher befreit werden. Für unbebautes Land soll die Werko von 0.6% auf 3—4% erhöht werden. (Diese Maßregel erachten wir als besonders wichtig, weil sie die Eigner zwänge, die Böden zu kultivieren, oder auf den Markt zu bringen.) Granovsky kritisiert eingehend die Vorschläge der Oscherkommission. Die fixe Besteuerung könne an und für sich noch nicht als Erleichterung angesehen werden. Granovsky untersucht, wie eine Reform des Oscher auf die Staatsfinanzen wirken könne. Eine Reform im Sinne seiner Vorschläge werde die Einnahmen eher steigern, bei stärkerer Belastung -der kräftigeren Elemente und Ent„ lastung der schwächeren. In einem weiteren (Kapitel über die Wirkung des Steuersystems auf die jüdische Einwanderung, gibt er uns in einer instruktiven Tabelle (XI) die Belastung der jüdischen Siedler in 17 Kolonien an, die durchschnittlich 2% äg. Pf. per Kopf und Jahr betrug, in einzelnen Fällen sogar bis 4.51! (In Aegypten beträgt sie 1.26.) Er plaidiert für eine fünfjährige Steuerfreiheit für neue Siedler und weist auf die fürs Land so wichtigen Kulturarbeiten hin, welche die jüdischen Siedler an Stelle des Staates leisten. Wie diese kurzen Hinweise zeigen, ist das Buch Granovskys eine gründliche wissenschaftliche Arbeit von hohem Interesse. (Wir haben, wie aus unserer Anzeige in Nr. 1/2 d. J, ersichtlich ist, beim J. V. eine Ermäßigung des Bezugspreises für unsere Abonnenten erwirkt. — Die Red.). Palästina-Touristik. Von Dr. Fritz Loewenstein, Jerusalem, Leiter des Zionistischen Informationsbüros für Touristen, Gibt es eine Palästina-Touristik? Gibt es eine jüdische Palästina-Touristik? Diese Fragen sind nicht so einfach zu beantworten wie es scheint. Die Zahl derjenigen Personen, Juden und Nichtjuden, die jährlich ihre Heimatländer verlassen, um Palästina zu besuchen, ist nicht so gewaltig. Und doch sprechen die Regierungsberichte von zirka 40.000 Palästina-Touristen jährlich, eine recht beträchtliche Ziffer, speziell bei einem Lande, das erheblich weniger als eine Million Einwohner hat. Wie klärt sich dieser Zwiespalt? Weit mehr als die Hälfte dieser 40,000 jährlichen Palästinabesucher sind Angehörige der sogenannten Cruises. In jeder Saison laufen in dem Haifer Hafen etwa 40 bis 50 Touristenschiffe ein, die zusammen etwa 25.000 Passagiere an Bord haben. Es sind Schiffe der verschiedensten großen Schiffahrtslinien, wie etwa White Star Line, Hamburg—Amerika - Linie etc. Diese Linien veranstalten Kreuzfahrten im Mittelmeer, bei denen es dem Reisenden in erster Linie um die Erholungswochen an Bord zu tun ist und bei denen die Landausflüge in Algier, Neapel, Piräus oder Haifa nur einen angenehmen Zeitvertreib in der Oede des Bordlebens darstellen. Das Programm einer derartigen Kreuzfahrt sieht etwa vor, daß der Dampfer anderthalb Tage im Piräus liegt, wobei den Reisenden Gelegenheit geboten wird, in zur Verfügung stehenden Automobilen etwas von Athen zu sehen, um dann an Bord zurückzukehren. Im Rahmen derartiger Kreuzfahrten sehen jährlich 25.000 Reisende, von denen etwa 10 Prozent Juden sind, auch Palästina. Das Normalprogramm für Palästina sieht etwa folgendermaßen aus: Früh Ankunft in Haifa, Ausbooten und Fahrt nach Jerusalem, für eine Gruppe der Passagiere im Sonderzug, der, ohne anzuhalten, bis Jerusalem durchfährt, für eine andere Gruppe in Automobilen, wobei bis Nazareth durchgefahren wird, die dortigen christlichen Sehenswürdigkeiten besichtigt 10