Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Probleme der Forschung über Obst- und Gartenbau in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
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119 lagen als auch Edelreiser zu selektionieren sind. Zwei Probleme sind hierdurch zu lösen: 1. Widerstandsfähigkeit des Baumes gegen Krankheiten. 2. Standardisierung der Früchte in bezug auf Größe, Farbe und Dicke der Schale. Eine peinliche und mühevolle Arbeit muß hierfür geleistet werden. Gewisse Vorstudien sind von der Versuchsstation zwar schon gemacht worden, jetzt ist aber die Zeit gekommen, wo man an umfassende und systematische Arbeit herangehen muß. Die Mandeln haben den besonderen Vorzug, daß sie zu den »unverderblichen« Früchten gehören, Sie können ohne Schaden an ihrer Qualität zwei Jahre lang aufgespeichert werden, wenn eine Marktkrise den Verkauf unrentabel macht. Es müssen aber neue Varietäten eingeführt werden, deren Ertrag dem der besten Sorten italienischer, spanischer und kalifornischer Provenienz gleichkommt (vergl. Tabelle). Die Durchführung eines solchen Sortenversuches nimmt einige Jahre in Anspruch. Auf schwerem unbewässerbaren Boden können Feigen angebaut werden, eventuell auch Tafeloliven und Tafeltrauben. Zum Studium dieser Spezialfrage hat die Versuchsstation in ihrer Zweigstation Gebatah im Emek eine Abteilung errichtet, die die ersten Versuche eingeleitet hat. Diese konnten jedoch aus Mangel an Mitteln •nicht ausgebaut werden. Ohne den Abschluß dieser Versuche besteht jedoch die Gefahr, daß die gesamte Besiedlung des Emek auf Grund einer Monokultur (Getreidebau) durchgeführt wird, wodurch die Siedlungen schweren wirtschaftlichen Gefahren ausgesetzt werden, da sie nicht die Möglichkeit haben, sich in Krisenzeiten von einem auf den anderen Betriebszweig umzustellen und dadurch ihre Rentabilität zu sichern. Wenn aber andererseits die Siedler auf eigene Faust Versuche anstellen, so sind große Verluste das einzige, was mit Gewißheit dabei herauskommt, denn systemlose, ohne Fachleute durchgeführte Versuche können als solche nicht angesprochen werden und führen niemals zur Etablierung rentabler landwirtschaftlicher Betriebszweige. Auf bewässerbarem schweren Boden (das ganze Jordantal mit den Beisanböden) müssen passende bewässerbare Pflanzungen erst ausfindig gemacht werden. Die Anfänge, die bis jetzt mit Bananen gemacht wurden, waren nicht von Erfolg begleitet, da die Pflanzungen von Nematoden heimgesucht wurden. Die Nematodenfrage ist von den Fachleuten der Versuchsstation sorgfältig studiert worden. Selbst wenn man also annehmen könnte, daß die palästinensischen Bananen Absatzmärkte finden können, so sind doch die mit ihrem Anbau verbundenen technischen Fragen keineswegs geklärt. Bevor man mit einem solchen Betriebszweig Kolonisation treiben kann, müssen systematische Versuche unternommen werden, um aufzuklären, welche Pflanzungen sich für Beisan- und Jordantalboden eignen. Die Probleme, von deren Lösung die weitere Entwicklung der Fruchtbaumkulturen in Palästina abhängt, sind also, kurz zusammengefaßt, die folgenden: Orangen. a) Selektion von Stecklingen und Edelreisern. b) Auspflanzen der Bäume in verschiedenen Zwischenräumen, so daß Handarbeit bis auf das notwendigste eingeschränkt werden kann (eines der wichtigsten ökonomischen Probleme des Orangenbaues). 8*