Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Das Problem der Teuerung in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 104 (sequence 4)
- Language
- German
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104 Reis..........100 kg 88 Piaster Linsen.........100 „ 105 Kaffee.........100 „ 525 Petroleum.......1 Pach (4, 8 gall. ä4 54/) 16,8 „ Brennholz.......100 kg 7 Butter •........100 „ 700 Holzkohlen......100 „ 15 Olivenöl........100 „ 420 Kartoffeln.......100 „ 70 Käse ..........100 „ 280 Interessant ist ein Vergleich dieser palästinensischen Vorkriegspreise mit den Preisen anderer Länder im Juli 1914. Wir begnügen uns hier mit der Gegenüberstellung der Preise einiger wichtiger Lebensmittel So betrugen die Brotpreise für den Konsumenten im Juli 1914 in Pfennigen pro Kilogramm:*) Palästina (Jerusalem) ....... 24 Pf. Deutschland (Roggenbrot) . . < . . Berlin „ ..... 30 „ Köln „ ..... 38 „ München „ ..... 31 „ Österreich (Wien, Roggenbrot) ... 32 h 27 „ Frankreich (Paris, Weizenbrot) ... 40 cts. 32 „ Schweiz (Zürich, Roggenbrot) ... 50 cts. 41 „ England (London, Weizenbrot) ... 25 „ Der Brotpreis in Palästina war sonach, wenn nicht der niedrigste, so doch mit in der Reihe der niedrigsten Brotpreise. Das gleiche gilt für den Fleischpreis, der sich mit 65 bis 70 Pf. pro Pfund erheblich unter den zur gleichen Zeit in europäischen Ländern üblichen hielt. In noch stärkerem Maße fallen die billigen Eierpreise Palästinas auf; zur gleichen. Zeit, in der man in Palästina 3 Pf. für ein Ei bezahlte, mußte man in -Deutschland 8 Pf., in Chicago 2 cents — ca. 8.5 Pf. zahlen. Im Großhandel zahlte man 1914 pro Tonne Weizen in Deutschland 216.5 M, in Argentinien 91.2 M, in Oesterreich 225.6 K, in den Vereinigten Staaten pro Bushel (= 60 pounds) 88 cents, in Palästina aber nur 750 Piaster 157.50 M, also ebenfalls erheblich weniger. Nur für Milch- und Milchprodukte, Kartoffeln und einige wenige europäische Importprodukte mußte man höhere Preise anlegen als im Auslande, Der Verbraucherpreis für Milch lag mit 35 bis 40 Pf. pro Liter schon 1914 ebenso wie der Butter- und Käsepreis erheblich über europäischen Preisen. Das gleiche gilt für den Kartoffelpreis, der 1914 schon ungefähr das Doppelte des in Mitteleuropa geltenden Preises betrug. Im allgemeinen zeigt der Vergleich, daß eine bestimmte Reihe von Lebensmitteln in Ifalästina vor dem Kriege wesentlich niedriger im Preise standen als im Auslande, während für eine kleine Gruppe höhere Preise angelegt werden mußten. Diese Gruppe bestand aus solchen Produkten, die entweder schlechte Produktionsbedingungen im Lande hatten (Weidemangel und Schwierigkeiten der Aufzucht von Milchvieh) oder die im Lande selbst überhaupt nicht hergestellt wurden. Die Preisunterschiede sind dabei zum Teil sehr erheblich und werden uns in dieser typischen Form noch später begegnen. Im ganzen waren Palästina und Syrien aber Länder mit sehr niedrigen Lebenskosten. Für die Beurteilung dieser Frage ist natürlich nicht ein Vergleich absoluter Preise allein entscheidend, sondern sie erfordert auch eine Berücksichtigung des allgemeinen Lebens- *) Preise nach Edw, der Staatswissenschaften, IV. Auflage, Art, Brotpreis, S 31/33-