Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 66

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Das Problem der jüdischen Arbeit in den alten Kolonien
Date
1928-01-01
Page
Seite 66 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379869-2385484--06335-2385747
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 weiteren Initiative, des Fleißes und der angestrengten Arbeit der Ansiedler sein, ihre Wirtschaft auch bei Zuhilfenahme der in der benachbarten Kolonie erarbeiteten Summen progressiv auf eine immer höhere wirtschaftliche Stufe bis zur Erlangung vollständiger wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu bringen. Dieser Weg löst die Frage einer hochgehenden Qualifizierung des jüdischen Arbeiters, indem er dessen Seßhaftigkeit in der Kolonie ermöglicht und dem steten Hin- und Herfluten des jüdischen Arbeiters ein Ende setzt. Er erlaubt aber auch, dieses Kapitel des nicht aufhörenden Ringens des jüdischen Arbeiters um jüdische Arbeit in den Kolonien dadurch zum Abschluß zu bringen, daß er eine Möglichkeit bietet, durch die massenhafte Ansiedlung eines gesunden Siedlerelementes einen evolutionären Einfluß auf die soziale Struktur der heutigen Kolonie zu üben, um das Uebel der fremden Arbeit in der jüdischen Kolonie in seiner Wurzel zu vernichten. Die Frage der Organisation des Milchabsatzes. Von Harry Viteies, Direktor der »Central Bank of Cooperatives«, Jerusalem. Vorbemerkung: Die Milch Wirtschaft ist die Basis der Wirtschaften der jüdischen Kolonien im Emek, sie ist auch für ihre Geldgebarung von ausschlaggebender Bedeutung, da sie der einzige Wirtschaftszweig ist, der laufend wenigstens einiges Bargeld einbringt. Die Milchwirtschaft krankt aber daran, daß wegen schlechter Organisation des Absatzes die Preise für die Konsumenten zu hoch sind, indes die Produzenten trotzdem zu wenig bekommen, weil die Zwischenhände stark verteuernd wirken. Mr. Viteies hat am 27. Oktober einen Vortrag über diese Fragen gehalten. Als Direktor der Bank für Kooperativen — welche übrigens, wie er sagte, nicht nur diesen Kredite zu geben hat, sondern die Genossenschaftsidee kräftig propagiert (siehe den von uns abgedruckten Bericht der Bank) — interessiert ihn hauptsächlich die Frage der rationellen Milchverteilung von dem Gesichtspunkte, daß die bäuerlichen Wirtschaften durch gute Erträge der Milchwirtschaft in ihrer Kreditfähigkeit gehoben werden. Wir bringen nachstehend einen Auszug aus dem Vortrag mit einigen dazu gehörigen Tabellen. Die Red. .... Die Fragen der Produktion und des Transportes der Milch will ich hier nicht berühren, sondern nur die des Vertriebes von Milch und Milchprodukten an die Konsumenten und die Erzeugung der letzteren. Alle damit zusammenhängenden Fragen können auf die eine grundlegende, des zu hohen Preises für die Konsumenten und des zu niedrigen für die Produzenten, zurückgeführt werden. Das Heilmittel dafür wurde in anderen Ländern in kooperativem Vertrieb und Verkauf gefunden. In Palästina ist die Milchfrage zu einem nationalen Problem geworden. Die Frage der wirtschaftlich rationellsten Aufnahme von drei Millionen Liter Milch per Jahr*) erfordert einen sehr sorgsam erwogenen Plan, insbesondere in bezug auf die Regulierung der Belieferung in den größeren Konsumzentren, Haifa, Tel Awiw, Jerusalem. Diese drei Millionen Liter stellen bloß das Quantum dar, welches an diese drei Städte durch Vermittlung der in der Anmerkung genannten Verteiler verkauft wurden, sie enthalten aber nicht die Milch, welche nach diesen Städten durch Einzelproduzenten direkt an die Konsumenten geliefert wurden, besonders in den Monaten Dezember-—Mal Diese selbständigen Produzenten liefern nicht weniger als eine halbe Million Liter jährlich, von denen ein großer Teil zu Milchprodukten verarbeitet wird. Bei den drei Millionen Litern ist die beständige Zunahme der Milchproduktion in fast jeder Siedlung des Emek berücksichtigt. Als Gradmesser für die Zunahme der Milchproduktion seien einige Ziffern angeführt; *) Verteilung von Milch: (Siehe Fußnote auf nächster Seite.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.