Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 6)
- Language
- German
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7 Anmerkungen: , . \. Die Zahl der Kolonisten für das Jahr 1927 ist nur bis zum 1. Juli gerechnet, d. h. bis zur Getreideernte. Das Endresultat dieses, Jahres wird erst bekannt werden, wenn das Wintergetreide ausgesät ist, d. h. im Dezember. Man nimmt an, daß die Zahl der Kolonisten in diesem Jahre nicht kleiner sein wird als im vorhergehenden Jahre. 2. Außer den obigen Bodenflächen, die die Ansiedler nach dem Plane des »Komzet« bekommen haben, hat die Regierung hei ihrer allgemeinen Ansiedlung in verschiedenen Rayons auf zirka 30.000 Desjatinen auch zirka 2000 jüdische Familien angesiedelt. 3. Vor der Gründung des »Komzet« im Jahre 1924 gab es bereits (in der Ukraine und Weißrußland) zirka 13.000 jüdische Familien,, die sich mit Landwirtschaft beschäftigten und zirka 150.000 Desjatinen bearbeiteten. 4. Die Summe der jüdischen Familien, die sich in S. S. S. R. mit Landwirtschaft beschäftigen, war etwa 32.000. 3. Vorbereitung der Ansiedlung. Der definitiven Ansiedlung gehen vorbereitende Schritte voraus, die wir im folgenden darstellen wollen, und zwar nach dem Verfahren, das in der Ukraine und Krim befolgt wird. a) Auswahl der Siedler, In allen denjenigen Gouvernements, in denen sich Juden in großer Zahl befinden, wird von der. Regierungsbehörde eine Liste aufgelegte m die sich alle diejenigen Juden eintragen, welche die Absicht haben, sich als Landwirte auf den Böden der Regierung anzusiedeln. Bei der Eintragung in die Liste muß der Kandidat eine Gebühr von 10 Rubeln erlegen. Unter den Kandidaten, die sich in dieser Weise registriert haben, wird dann durch die Regierungsbehörde eine Auswahl geschaffen. Die Regierung sieht bei der Auswahl nicht so sehr darauf, ob der Kandidat nach seiner Vorbildung, nach seinen körperlichen Eigenschaften und nach der Zusammensetzung seiner Familie für die Landwirtschaft geeignet ist; für sie ist vielmehr der Hauptgesichtspunkt, ob der Betreffende in seinem bisherigen Beruf keine Existenzmöglichkeit mehr hat. Da dies besonders bei den ehemaligen Händlern der Fall ist, so ergibt sich, daß der größte Teil der Kandidaten frühere Händler sind. Ein bestimmtes Vermögen wird von den Kandidaten nicht gefordert. Die Kandidaten werden in fünf Klassen eingeteilt, je nachdem sie kein Vermögen, ein Vermögen von 100 Rubel, 300 Rubel oder 500 Rubel, oder genügend Mittel zur Ansiedlung auf eigene Kosten besitzen. Die Regierung bestimmt dann, welcher Prozentsatz des vorhandenen Bodens den einzelnen Klassen zugeteilt werden soll, wobei sie sehr häufig gerade die Klasse ohne Vermögen oder mit dem kleinsten Vermögen besonders berücksichtigt. Im Jahre 1926 besaßen von den Ansiedlern 21.6 Prozent keine Mittel, 44.4 Prozent hatten 100 Rubel, 20.4 Prozent hatten 300 Rubel, 8.6 Prozent 500 Rubel und 5 Prozent konnten.sich aus eigenen Mitteln, ohne Hilfe einer Kolonisationsgesellschaft, ansiedeln. Wenn wir von der zahlenmäßig sehr geringen Ansiedlung von Juden im asiatischen Rußland und im Gouvernement Hornel absehen, so liegt der Boden, den die Regierung zur Verfügung stellt, in der Ukraine, in der Krim und in Weißrußland. Hierbei ist die Auswahl der Siedler für den Boden in der Ukraine insofern beschränkt, als auf diesem Boden nur Juden, die in der Ukraine wohnen, angesiedelt werden dürfen, Die ukrainische' Regierung erlaubt in ihrem Gebiete nicht die Ansiedlung von Juden aus anderen Teilen Rußlands und macht sogar noch die weitere Einschränkung, daß sie nur Juden aus den an der westlichen