Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Gesellschaft für Bananenzucht [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 548 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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548 Landwirtschaft und Kolonisation. Gesellschaft für Bananenzucht, Iii Nr. 8-9 haben wir über diese Gesellschaft berichtet. Der Begründer, (Prof. Warburg, schreibt darüber der .ITA. folgendes: Die in .Gründung begriffene Gesellschaft zur 'Pflanzung von 100 Dunam Bananen bei Migda-1 am See von Tiberias soll dazu dienen, einen Grundstock zu liefern zur Erprobung der Exportmöglichkeit von Bananen. Bisher ist in Palästina der Konsum an. Bananen ( noch größer als die Produktdon. In Palästina gab es nämlich 1926 nur zirka 900 Dunam Banarienpflanzungen, von denen zirka 500 um Jaffa herum liegen, die vor allem Jaffa und Tel-Awiw versorgen, während Jericho mit 300 Dunam Jerusalem beliefert. In /Galiläa befinden ^sich bisher nur 100 Dunam Bananen, die kaum ausreichen, die dortigen Städte Tiberias, Nazareth. Haifa, Akko und Safed zu versorgen, geschweige denn einen Export nach den Jevantinischen 'Häfen zulassen. Die (jetzigen /Marktpreise für die Bananen sind sehr hoch, ermöglichen zwar sehr gute Dividenden für die Pflanzer, würden aber einen Export, auch dann kaum aufkommen lassen, wenn die Produktion sich über den Bedarf Palästinas vermehren würde. Daß letzteres in einigen Jahren der Fall sein wird, ist anzunehmen, und dann müssen die Marktpreise so tief fallen, daß entweder die Banänenkultur kaum mehr rentabel sein oder eine Exportmöglichkeit bestehen wird. Die Entscheidung, welche der beiden Alternativen eintreten wird, dürfte davon abhängen, wieviele Jahre lang die Bananenpflanzungen reiche Erträge geben. Sollten nur drei Jahre lang Vollernten .erzielbar sein, so wird die Bananenkultur wohl — wie in Aegypten — nur eine lokale Angelegenheit bleiben und sich dauernd nur an begünstigten Stellen, wozu ich das Jordantal vom Tiberiassee bis Jericho rechne, halten. Bei fünf Vollernten dürfte sich ein Export entwickeln "lassen, bei sieben und mehr Ernten dieser äußerst rentabel sein. Dies zu erproben, ist Aufgabe der Gesellschaft. Ein Risiko für die Aktionäre besteht deshalb nicht, da, sie zweifellos in den. nächsten Jahren noch von den guten Inlandpreisen profitieren werden und in zirka vier Jahren das Kapital amortisiert, sein dürfte. So wünschenswert es auch ist, daß Palästina neben der Orange eine zweite Standard-Exportkultur erhält, so. sind wir. doch noch, weit •davon entfernt,' die Banane mit Sicherheit als eine solche bezeichnen zu können. Ich kann daher auch. Leute mit wenig Kapital nicht ermuntern, mehr als einen kleineren Teil desselben in ßananenkultur zu stecken, und vor allem muß ich abraten, zunr Zwecke der Bananenkultur Land zu kaufen und kostspielige Bewässerungsanlagen zu machen. Aus diesem Grunde haben wir für den Versuch Migdal am Tiberiassee gewählt, da dort gutes Land langjährig und billig zu pachten ist und die Wasserverhältnisse besonders günstig liegen, so daß für die Bewässerung keine teueren Anlagen benötigt werden. Dagegen ist Besitzern-von brauchbarem Land mit billiger Bewässerungsmöglichkeit im Jordantal nur anzuraten, entweder selbst sich durch Anpflanzung von Bananen an unserem Exportversuch zu beteiligen oder wenigstens das Land unserer .Gesellschait für Bananenpflanzung zur Verfügung zu stellen. Die Bedeutung dieses Versuches liegt darin, daß, wenn sich ein Bananenexport als rentabel erweisen wird, dann tatsächlich sich ein riesiges Arbeitsgebiet eröffnet, indem große Teile des Jordantales dem Bananenbau, das heißt einer der intensivsten Kulturen. zugänglich gemacht werden können, so daß für Tausende von Kleinsiedlern mit Hilfe einer großen Kreditorganisation Arbeitsmöglichkeit geschaffen werden kann. Ob sich diese Hoffnung verwirklichen wird, muß die Zukunft lehren. So wichtig ein Bananenexport für die Besiedlung und die Handelsbilanz Palästinas auch sein wird, für den Weltmarkt wird die Banan^nproduktion selbst im günstigsten Falle keine sehr große Rolle spielen. Um den jetzigen Konsum Frankreichs oder Deutschlands zu decken, würden zirka 500"Gesellschaften wie die in Gründung begriffene nötig sein, für den Konsum Englands 2000, für den: der Vereinigten Staaten 5000. Es ist kaum wahrscheinlich, daß