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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 543

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die erste palästinensische Landwirtschafts-Ausstellung
Date
1927-01-01
Page
Seite 543 (sequence 4)
Language
German
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543' Generation lassen erwarten, daß die Widerstandsfähigkeit der heimischen Hühner gegen die in Palästina häufigen Krankheiten mit Erfolg auf gute amerikanische Lege- und Fleischhühner übertragen werden kann. Das weiterverarbeit£nde Gewerbe machte sich gut bemerkbar. Vor allem die Weinkeller eien und die Tabakindustrie. Die große Mühle in Haifa stellte ihre Erzeugnisse, besonders Mazzoth, aus, Öelprodukte und Seifen waren zu sehen. Die Rica, die auch Erzeugnisse ihres Salzwerkes und der M^rmorbrüche ausstellte, brachte Essenzen aus ihrer Parfümeriefabrik usw. Man wird sich erst in dieser Zusammenstellung klar, wie wichtig für den Landwirt der Ausbau gerade dieser Industrien ist. Ein anderes Kapitel ist die ijunge palästinensische Industrie, die auf der Ausstellung Platz fand, soweit sie der Landwirtschaft gewidmet ist. Freilich kann man oftmals ihre Erzeugnisse nicht ohne gelindes Erstaunen betrachten. Motore z. B., die in Palästina hergestellt (nicht nur montiert) werden, lassen die Frage offen, warum gerade die kleinen Werkstätten und Fabriken des Landes eine so komplizierte (Maschine herstellen müssen, die unzweifelhaft viel Spezialwerkzeuge braucht und bei dem kleinen Bedarf des Landes wohl, kaum eine Serienerzeugung zulassen dürfte. Etwas anderes ist es, wenn z. B. eine Kooperative besondere, den speziellen Anfordert! n g e n des La n des g ewidmete Geräte herstellt, wie den sogenannten „verbesserten arabischen Pflug", ein einspänniges Bodenbearbeitungsgerät, das dem •Holzpflug, des Fellachen in Eisen nachgebildet und mit praktischem Handgriff und Höhenstellbügel versehen ist. Wiegen der sichtlich guten Arbeit auf palästinensischem Boden ist dieser Pflug auch in der jüdischen Wirtschaft ein wichtiges Inventarstück. Die Kooperative soll bei der Ausstellung Aufträge von arabischer Seite erhalten haben. Wenn die neue Industrie ihre Tätigkeit in diese Bahnen lenkt, wird sie Erfolg haben. Eine Firma der Haifaer. deutschen Kolonie brachte ein Modell eines Arbeitswagens: hervorstechend die saubere Arbeit und das vorzügliche Material. Auch hier muß das jüdische Gewerbe noch viel lernen. Man kann aus diesen Andeutungen, die manches bemerkenswerte Ausstellungsobjekt, ja sogar manche Abteilung unerwähnt lassen, die Größe -und Mannigfaltigkeit der Aufgabe erkennen, die der Landwirt in Palästina vor sich sieht. Im Gegensatz jedoch zu den Tendenzen, die so häufig vertreten werden, erwies die Ausstellung die Wichtigkeit der Urproduktion für die Hebung des Landes im allgemeinen, für das jüdische Kolonisationswerk im besonderen. Nachrichten und Daten. Politik. Unabhängigkeit Transjordaniens. Wie die „Times" am 6.-September meldeten, ist in Jerusalem der Entwurf eines Vertrages zwischen England und Transjordanien veröffentlicht worden, durch den Transjordanien völlige Unabhängigkeit unter Emir Abdullah und seinem Sohn Emir Talal, als Nachfolger, eingeräumt und die Beistellung notwendiger Berater zugesichert wird. Der Emir sagte zu, eine gesetzgebende Versammlung von 25 Mitgliedern, die in den Distrikten, gewählt werden, einzuberufen. Aus dieser Versammlung soll sich der Emir ein Kabinett von fünf Ministem ernennen. Der Emir wird als höchste Instanz auf den Gebieten des Militärwesens, der Justiz, Gesetzgebung und Vollziehungsgewalt anerkannt. Dieser Vöfrtrag wird auf zwei Jahre abgeschlossen. Der Emir wird den Königstitel annehmen.

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