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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 541

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die erste palästinensische Landwirtschafts-Ausstellung
Date
1927-01-01
Page
Seite 541 (sequence 2)
Language
German
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541 aber sah man wenig Vertreter der .großen Masse der bodenbearbeitenden Bevölkerung, der 'Fellachen. In diesem Zusammenhang sei auch das Verhältnis zwischen arabischer «und jüdischer Landwirtschaft beleuchtet. Aus einem Gemisch von Selbstkritik und Bescheidenheii konnte man. von jüdischen Landwirten das Urteil hören, daß die .'jüdischen Aussteller auf allen Gebieten als Preisträger hervorgegangen seien, die von den Arabern noch micht in den Kreis ihrer Wirtschaft einbezogen seien. Darin liegt manche Wahrheit, auch wenn zum Beispiel gerade für Schafzucht der 'erste Preis einer Kwuzah erteilt wurde. Aber kein einsichtiger jüdischer Landwirt läßt das Märchen von der minderwertigen« Fellachenwirtschaft, das in der zionistischen Literatur eine so große Rolle spielt, so uneingeschränkt gelten. Die Agrarverfassiung und der Kapitalsmangel schufen natürlich Traditionen der arabischen Landwirtschaft, die nicht immer den modernen Erkenntnissen entsprechen, aber der Fellache übt Methoden, zu denen der (jüdische Landwirt oftmals gern zurückkehrt, nachdem er mit den modernsten technischen Errungenschaften schwere Mißerfolge erlebt -hat. Die Ausstellung bewies aber auch, welchen Reichtum an landwirtschaftlichen Möglichkeiten Palästina besitzt und es ist die jüdische Initiative, welche zu einem Aufschluß derselben drängt, um die der jüdischen Bevölkerung und den ökonomischen Bedingungen adäquate Form der Landwirtschaft herauszuschälen. So :bot die Ausstellung eine Einführung in die Probleme der palästinensischen Landwirtschaft, in die allgemein betriebstechnischen, wie in die speziellen ihrer einzelnen Zweige. Die Abteilung für Ackerbau wies die reichlichste Beschickung durch arabische Produzenten auf, wie dies dem tatsächlichen Verhältnis auf diesem Gebiete entspricht. Gerade hier machte sich der Mangel näherer Angaben über die Erträge und Anforderungen an Bearbeitung und Düngung der einzelnen Könner bemerkbar. Charakteristisch ist die große Zahl der für jede Art gezeigten Sorten. In einem Lande mit so großen Unterschieden an Boden und Klima ist dies selbst bei seinem kleinen Umfang sehr erklärlich; aber wenn man bedenkt, daß es sogar in dem ungeheuren IGebiet von U. S. A. mit seinen noch mannigfaltigeren Klimaten gelungen ist, den Anbau auf einige wenige Sorten zurückzuführen, weil durch diese Standardisierung die Marktbedingungen ausschlaggebend gebessert werden konnten, so ist damit der Weg für die Saatzucht in Palästina gewiesen. Die arabischen Fellachen konnten auch eine stattliche Anzahl von Hülsenfrüchten ausstellen. Da bisher Hackfruchtbau in Palästina in größerem Ausmaß nicht geübt wird, kommt den Hülsenfrüchten als Stickstoffsammler in der Fruchtfolge eine große Wichtigkeit zu. Andererseits verlangt ihre Ernte doch viel Handarbeit zu einer Zeit, wenn diese in der gemischten Wörtschaft auch anderweitig gebraucht wird. Die sogenannten Sommerfrüchte Palästinas sind durch die Juden um den Mais bereichert worden, von dem man sehr schönes Korn aus Nahalal sehen konnte. Auch .hier sei auf Amerika verwiesen, wo der Mais an Bedeutung sogar den Weizen überragt. Wichtig für eine Stallhaltung des Milchviehes sind die Grün- und Rauhfuttermittel. Von den zahlreichen Versuchen, solche zu schaffen öder einzuführen, .hat bisher der ägyptische einjährige Klee, der mit Bewässerung 6 bis 7 Schnitte ergibt, den -besten (Erfolg. Gerade auf dieser* ^Gebiete wetteifern die einzelnen Versuchsanstalten, der Zionistischen Exekutive, der Pica und der Regierung, die auf der Ausstellungeine , sehr interessante Grassorte aus Abessynien zeigte. , . Auch in der forstwirtschaftlichen Abteilung konnte das Regierungsinstitut sehr wichtige Objekte bringen. Eine Zusammenstellungver* schiedener inländischer Holzsorten und ihrer Verwendbarkeit für die Erzeugung der verschiedenen landesüblichen Arbeitsgeräte-sollte wohl derri

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