Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Kongressbeschlüsse
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 540 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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540 Schlusses etwas beeinträchtigt. Auch dieser Zusatz, gehört in die . Richtung der allgemeinen Befriedung und des allgemeinen Ausgleiches, über ' die wir bereits sprachen, mit hinein. Die Beschlüsse dieses Kongresses zur landwirtschaftlichen Kolonisation tragen noch den Stempel ihrer Doppelheft; Sie sind zum Teil grundsätzlich, mehr .oder weniger demonstrativ oder mit dem Versuch einer erzieherischen Richtungsgebung. Aber sie versuchen auch zum Teil zu ganz präzisen grundsätzlichen wie Einzelfragen Stellung zu nehmen. Wahrscheinlich wird die weitere Entwicklung und Vergrößerung des -Umfanges unserer Arbeit eine immer weitergehende Trennung beider Problemkomplexe mit sich bringen. <Es ist immerhin 'bemerkenswert, daß die Palästinakommissron entgegen ihren Aufgaben sich nur mit der landwirtschaftlichen Kolonisation beschäftigen, konnte.) Dies gehört jedoch bereits zu den allgemeinen Fragen der zukünftigen .Gestaltung des Kongresses, zu denen die diesmaligen Beschlüsse zur landwirtschaftlichen Kolonisation nur eine weitere Illustration sind. Die erste palästinensische Landwirtschafts-Ausstellung. Von K. S„ Beth Alfa. Vom 20. bis 22. September veranstaltete das Departement für Agrikultur der palästinensischen Regierung in Haifa eine umfassende landwirtschaftliche Ausstellung, nach einigen kleinen Vorläuferinnen die erste große, allgemeine Land wirtschaftsschau in diesem Lande und — wie in Aussicht gestellt wird — die Eröffnung einer alljährlich wiederkehrenden Ein-, richtung. Wenn man das Unternehmen beurteilen will, so darf man, wie. bei den meisten Lebeniserscheinungen des Landes, nur einen' relativen Maßstab anlegen. Im Vergleich zu den großen Zusammenstellungen landwirtschaftlicher Leistungen in Europa sah man in Haifa quantitativ und qualitativ nichts Hervorragendes. Man bedenke, daß . hierzulande selbst die aufgeklärtere -jüdische Bevölkerung oftmals jeder Regierungsmaßnahme mißtrauisch gegenübersteht und daß dem kleinen arabischen Bauern, dem Fellachen kaum anders Verständiiis für die Ausstellung 'beigebracht werden kann, als wenn iman ihm ansehnliche Geldpreise in' Aus-, sieht stellt Da es dem Regierungsapparat gelungen ist, für jeden Aussteliungszweig einige charakteristische Objekte zu beschaffen, so entstand ein; annähernd lückenloses Bild der landwirtschaftlichen Produktion im Lande mit ihren Neben- und Hilfsgewerben. freilich fehlte manches, was zu zeigen unerläßlich war. Die landwirtschaftliche Abteilung der Zionistischen Exekutive hatte sich nicht .beteiligt. Geldmangel oder Differenzen mit der Ausstellungsleitung, wie es heißt, mögen die Gründe für diese Ahsenz igewesen sein. Zwar führten viele der von der Zionistischen Organisation auf die Beine gestellten Wirtschaften Erzeugnisse vor, aber es fehlte vor allem das zionistische Versuchsinstitut mit seinen verschiedenen Zweigen, das bedeutende wissenschaftliche Arbeit leistet. Für den Fachmann war es ein schwerwiegender Mangel, daß viel m wenig Daten, Zahlenmaterial nnd Statistiken gebracht wurden. Die. Ausstellung'von vielen schönen Getreiden hätte z. B. nur beschränkten W)ert, wenn 'man nicht auch erfährt, auf. welchen Flächen, mit welchen Methoden, Dungmittel usw. die Sorten «angebaut wurden, gar nicht davon zu reden, daß zumindest der Ertrag „einer Flächeneinheit angegeben werden muß. Für den Nichtlandwirt jedoch bot die Ausstellung gewiß sehr viel Interessantes iund Aufklärendes. Soviel man bemerken konnte, war der Besuch auch ein -sehr reger, vor allem die Schulen ließen sich die Quelle der Bildung nicht, entgehen und auch die städtische Bevölkerung, Juden wie Araber in gleicher Weise, waren unter den Besuchern.-Von Landwirten