Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Ansiedlung der griechischen Rückwanderer
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 531 (sequence 5)
- Language
- German
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531 daß sie von ihren früheren Besitzern bewohnt und schlecht oder recht, aber doch irgendwie bebaut worden waren. An Häusern waren, wie schon erwähnt, allein über 65.000 vorhanden. Es handelt sich um zirka 750.000 Hektar, von denen 572.417 von Flüchtlingen stammen, 80.-247 anderwärts expropriiert wurden, zusammen 600.000 Hektar. (Es ist aus dem Bericht nicht klar, ob noch andere Kategorien in der Entschädigung enthalten sind.) Bei 600.000 Hektar macht die Entschädigung nur 2,5 Pfund per Hektar aus. 'Der Bericht sagt, daß die Entschädigung ein Zehntel des Wertes betrüge. Das stimmt aber nicht mit den früheren Angaben, wonach # der Wert eines Gutes zwischen 90 und, 270. Pfund per Hektar beträgt. Dr. Ruppin, der diese Kolonisation an Ort und Stelle untersucht hat, gibt den Wert des überlassenen Landes mit 26 Millionen Pfund an. (Siehe sein Kongreßreferat, das in dieser Nummer abgedruckt ist.) Das Rätsel der billigen Ansiedlung löst sich dadurch, daß .die Kommission die Flüchtlinge auf verlassene fertige Güter, die meist auch Gebäude aufwiesen, ansetzte und ihnen ganz kleine Beihilfen — ein Stück Vieh, Werkzeug, Saatgut usw. — gab. Gewiß waren diese Güter keine tadellos ausgestatteten Farmen, aber sie waren doch so, wie sie der Durchschnitt der armen, bedürfnislosen griechischen Bauern eben Jiat. Von ihnen hatten viele auch Kapital mitgebracht. Ruppin hat in seinem Kongreßreferat (siehe oben) ausführlich darüber gesprochen. .Damit soll an dem grandiosen, beispiellosen Werk der Kommission, deren Vorsitzender in der ersten Zeit der amerikanische Jude Morgenthau war, in keiner Weise Kritik geübt werden.. Wie der Bericht zeigt, bemüht sich die Kommission auch, nach der Ansiedlung die Bauern auf alle mögliche Weise zu unterstützen und vorwärts zu bringen und 'dies mit - dem besten Erfolg. Von Interesse ist, daß die Kommission volle Autorität der Entscheidung hat. Sie besteht aus zwei vom Völkerbundrat ernannten und zwei mit Genehmigung des Rates von der griechischen Regierung delegierten Mitgliedern. Die Völkerbundmitglieder sind gegenwärtig die Engländer Ch. P. Howland (Präsident) und Sir John Campbell. Die Repatriierung der griechischen Flüchtlinge hat naturgemäß ethnographisch eine völlige Aenderung der Siedlungsverhältnisse in Neugriechenland herbeigeführt. Griechisch-Mazedonien zählte 1912 42,6. Prozent, 1926 88,8 Prozent Griechen, bei einer um 300.000 Köpfe stärkeren Bevölkerung. Von den 475.000 Mohammedanern (1912) sind nur 2000 übriggeblieben! Damit ist die griechische Herrschaft in Mazedonien erst endgültig befestigt worden. . Es wäre jedenfalls für die kolonisatorische Leitung in Palästina von Wert, einen Fachmann zum Studium des geleisteten Ansiedlungswerkes zu entsenden.