Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 522

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 522 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379858-2379865-2385134--05810-2385367
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

522 geleitet, das einheimische Rind für Schlacht- und Arbeatszwecke mittels eingeführter Devon-Bullen zu verbessern. »Diese Einfuhr ausländischer Tiere hat den Nachteil, -daß sie in ein Land, welches bisher davon verhältnismäßig frei war, gewisse europäische Krankheiten bringt. Diese Schwierigkeit wurde von den Regierungsbeamten allerdings vorausgesehen, und es sind vorbeugende Maßnahmen in der Durchführung begriffen. Es gibt hingegen im Lande selbst einheimische Tiere, welche einer raschen Verbesserung durch selektive Zucht fähig erscheinen. Die Tatsache, daß diese Tiere sich dm Lande selbst entwickelt haben und daß sie verhältnismäßig -frei von örtlichen Krankheiten sind, gibt ihnen einen besonderen Wert .für das Land. Während nämlich der Durchschnitt der einheimischen Rinder eher als armselig zu bezeichnen ist, gibt es unter ihnen eine Anzahl von guten Einzeltieren. So geben zum Beispiel die Damaskuskühe über 800 Gallonen Milch im Jahre, eine Menge, die um ein (Beträchtliches den Durchschnittsertrag der britischen Kühe übertrifft. Aber selbst unter den kleinen arabischen Rindern gibt es Ochsen von wesentlich über den Durchschnitt reichender Größe und Kühe, die mehr als 400 Gallonen Milch im, Jahre geben. Eine selektive Zucht aus den besten dieser Tiere würde im Laufe einer angemessenen Zeit eine merkliche Verbesserung in der einheimischen Zucht herbeiführen und schließlich eine Rasse schaffen, die für das Land ebenso geeignet wäre wie die eingeführte europäische. Es gibt im Lande eine große Anzahl von Schafen. Sie befinden sich größtenteils in den (Händen der Araber. Das Ergebnis der Schur ist eine leichte und derbe Wolle. Die Tiere machen aber einen guten Eindiuck und die einheimische Rasse scheint einer Verbesserung durch Kreuzungen mit eingeführten Widdern fähig zu sein. Zuchtiböcke werden zu diesem Zwecke vom Departement für Landwirtschaft eingeführt. Geflügel gedeiht gut. Die ersten Kreuzungen zwischen eingeführten »Hähnen und einheimischen «Hennen geben einen Eierertrag von ungefähr 150 Stück pro Jahr. Die Geflügelzucht in der Versuchsstation der Regierung in Akko, welche als Muster für moderne Methoden der Geflügelzucht dienen soll, hatte einigen Erfolg. In dem Bericht der Station wird festgestellt, daß „kein Grund vorhanden zu sein scheint, weshalb Geflügelzucht nicht einer der wichtigsten und einträglichsten Wirtschaftszweige in Palästina werden sollte." c) Organisation: Es war das hauptsächliche Ziel der Zionistischen Organisation, Immigranten auf dem Lande ansässig zu machen, und die Organisation der Vi eh wir tschaft in den Siedlungen hat sich in Uebereinstimmung mit dieser Absicht entwickelt. Wenn man in Betracht zieht, daß vor der Einrichtung der jüdischen Siedlungen im Laude 'keine oder nur eine geringe Viehzucht nach modernen Methoden vorhanden war, welche als Vorbild hätte dienen können, und daß ferner die große Ueberzahl der Siedler keine vorangegangene praktische Erfahrung in der Viehhaltung besaß, dann muß der bisher erreichte Zustand der Entwick-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.