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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 516

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 516 (sequence 9)
Language
German
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516 unentwickelter Arbeitsmethoden mit niedrigen Erträgen und geringen Produktionskosten gebaut werden und es geschieht so. 2. Der 'Getreidebau erfördert nur manuelle Arbeit und stellt keine Ansprüche an die Intelligenz;, geistige Wachsamkeit und Persönlichkeit, welche zu den vorzüglichen Eigenschaften der jüdischen Gemeinschaft gehören. ' ich erkenne die Schwierigkeit an, Ersatz zu finden: Viele von den Ankömmlingen hatten noch keine Zeit, die komplizierteren Zweige der Wirtschaft zu erlernen und ich bin keineswegs gesonnen, Herrn Elazari- Volcanis Meinung zu widersprechen, daß der Getreidebau ein notwendiges Stadium in der Entwicklung des Landes darstellt. Aber ich b'm der Ansicht, daß man sich stets deutlich dessen bewußt sein soll, daß es sich dabei um etwas Vo r üb e r geh ende 's handelt und keineswegs dulden soll, daß der Getreidebau zu einer dauernden Methode wird. Mr. Sawer schlägt vor, daß man an die Stelle des Getreidebaues besser die Erzielung animalischer Produkte setze, während Dr. Soskin der Verbreitung intensiver Kleinwirtschaft das Wort redet. Die einfachste Aenderung wäre Futterbau und Viehwirtschaft beizubehalten, Großvieh oder Kleinvieh, Geflügel oder Kühe, je nach den Umständen zu züchten und als Ersatz für die Körnfrucht irgendwelche wertvolleren Fruchtarten ausfindig zu machen. Die Hervorbringung hochklassiger animalischer Produkte, besonders für Großvieh, nötigt dazu, einen Weg zur Behebung der Schwierigkeit zu finden, welche darin besteht, daß vom August bis zur Beendigung der ersten Trifolium-AI exandrinum,Mahd keine Futtermittel zur Verfügung stehen; dazu könnte die Konservierung und Aufbewahrung von Futterarien beitragen, wie Trifolium, Mischfutter,- -Luzerne oder welche immer bei geeigneter Pflügung und Düngung die reichsten Ernten gibt. Die Pflügungsversuche des Herrn Wilkansky in Dschebatta versprechen zur Lösung dieses Problems beizutragen. Die Entfaltung der Viehwirtschaft würde irgendeine Art der Zusammenarbeit mit feuchteren Gegenden zur Voraussetzung haben, damit in Zeiten der Trockenheit die Tiere ohne Ver lust an Leben in andere Gegenden gebracht werden können, wie es im Jahre 1927 geschehen ist. Die Ersetzung des Getreidebaues durch den Anbau hochwertiger Früchte setzt zahlreiche Untersuchungen von der Art voraus, wie sie Professor Dr. Wärburg unternimmt. Die leichten unbewässerten Böden bieten eine größere Schwierigkeit dar;'darauf kann'ich gegenwärtig micht näher eingehen. Allgemeine Eindrücke. Mein allgemeiner Eindruck von Palästina ist der, daß die Aussichten gut sind. Drei Faktoren scheinen, mir die Probleme in der gleichen Weise zu. beeinflussen:. ,1. Die geistige. Regsamkeit der Menschen und ihr Bedürfnis nach intellektueller Aktivität, welche, .durch die simple Getreidewirtschaft keineswegs-befriedigt werden können, 2. Die Tatsache, daß das verfügbare Land im Umfang beschränkt

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