Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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514 erhalten würde. Davon würden die Ebenen und Täler einen gleich großen Nutzen haben wie die Gebirge. Für die Gebirgsböden scheint das wichtigste Problem die Baumpflanzung zu sein; entweder Nutzbäume, Oliven, Feigen, Johannisbrotbäume oder andere Frucht- oder futtergebende Bäume, wie Baumluzerne (Medicago arboreus) usw. Die Versorgung des Viehfutters von Bäumen scheint Europäern befremdlich, aber Herr Elazari-Volcani berichtete mir, daß 100 Johannisbrotbäume, die auf einem Hektar wachsen, Futter für eine Kuh geben. Das flache Land der Ebenen zerfällt in zwei große Gruppen mit Rücksicht auf ihre Bewässerbarkeit oder Unbewässerbarkeit und jede Gruppe noch in zwei Arten: leichter und schwerer Boden. Bewässerbares Land — leichter Boden. Dieser ist hervorragend für Apfelsinen geeignet, deren Kultur sich breit entfaltet.. Das System ist außerordentlich erfolgreich und nimmt in der palästinensischen Landwirtschaft eine äußerst wichtige Stelle ein. Auch Grapefruit und ähnliche Früchte gedeihen gut. Auf diesen leichten Böden fügt die Irrigation mit dem verfügbaren Wasser dem Boden keinen Schaden zu. Man erzählte mir von Böden in der Nähe Jaffas, die 40 Jahre hindurch bewässert wurden, ohne Zeichen von Laugensalz oder sonstiger Bodenverschlechterung zu zeigen. Schwerer Boden. Dieser stellt einigermaßen schwierigere Probleme. Leider sind hier Apfelsinen nicht so erfolgreich, hingegen gedeihen Bananen gut. Um mit anderen Ländern, besonders Aegypten, in Wettbewerb treten zu können, müssen dauernd Verbesserungen in der (Qualität der Frucht mit Hilfe der anerkannten Methoden der Auffindung neuer Arten versucht werden. Es wäre allerdings unklug, sich ausschließlich auf Bananen zu beschränken. Andere Produkte, Früchte und Gemüse müssen unverdrossen probiert werden. Das in Dagania unternommene Experiment mit dem Anbau von Zuckerrüben verdient Aufmerksamkeit, da dieses Produkt einer großen Anzahl von Menschen Beschäftigung z-u gewähren geeignet ist. Die Bedingungen scheinen auch für die Produktion hochqualifizierter milchwirtschaftlicher Produkte.günstig zu sein. Schwerer Boden erleidet, aus unbekannten physikalisch-chemischen Gründen bei Bewässerung, leicht Schädigung; diese Frage wird von Dr. Menschikowsky untersucht. Drei Faktoren werden meiner Meinung nach in Palästina Schädigungen wenn auch nicht verhindern, so doch begrenzen: die Möglichkeit, den Boden das ganze Jahr über der strahlenden Sonnenhitze auszusetzen; der hohe Prozentsatz von Kalziumkarbonat im Boden — er beträgt oft 14 bis 30 Prozent — und die gute Qualität des Wassers, soweit es mir möglich war, sie zu beurteilen. Ich - konnte nicht eruieren, wieviel Wiasser verfügbar ist, aber es ist außerordentlich wünschenswert, sowohl aus medizinischen als auch aus landwirtschaftlichen Gründen, daß alle verfügbaren Vorräte nutzbar gemacht werden; dadurch wird nicht nur der Wohlstand der Bevölkerung gesteigert, sondern auch ihre Ge-