Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Der Handel Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 497 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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%7 Der Handel Palastina?. Von Dr. Kurt Grunwald, Tel Aviv. Probleme und Materialien.: Es ist eine außerordentlich merkwürdige Tatsache, daß sich in. dem ungeheueren zionistisch-ökonomischen Schrifttum fast:.'nichts über die Bedeutung des Handels für den Aufbau des Landes findet. Man. hat Artikel über den Außenhandel geschrieben, in denen mit. mehr oder weniger sorgenumwölkter Stirne das Pässivum 'festgestellt wurde, man hörte ab und zu von der Bedeutung des Landes als Umschlagsplatz "des Nahen Ostens, die besonders durch den Bau des Hafens in Haifa wachsen werde. Im großen und ganzen aber sah man auf den Handel als-ein Uebel herab, das man nicht verhindern konnte; Paßt er doch ganz und gar nicht in das Bild von der Produktivierung des jüdischen Volkes in Erez Israel, bildet er doch ein Stück Gallith, eine Verpflanzung des Händlertums. Und es fehlte nicht viel, daß man zur Anschauung des klassischen Altertums zurückginge, das im Händler einen Dieb .sah. .Es ist hier nicht der Platz, über die Produktivität des Handels zu sprechen.. Darüber sind sich auch die Lehrer der Nationalökonomie nicht einig. Für uns gilt nur'die Frage, welche Position in einer zionistischen Wirtschafts-, Strategie der Handel einnimmt. Selbst bei Annahme, daß nur die Landwirtschaft die Basis des nationalen Heimes und - der Renaissance des Volkes sei, dürfen wir jenen Gesichtspunkt nicht aus dem - Auge lassen. Vor allem ist der Handel imstande, mit geringem Kapital, das im Gegensatz zu Landwirtschaft und Industrie rasch zurückfließt, größere Mengen Immigranten zu ernähren. Leider ist es uns noch nicht gelungen, mit diesem Wirtschaftszweig in den nichtjüdischen WirtschaftskreTs Vorzustoßen. Man scheint überhaupt darauf vergessen zu haben,, daß in der gesamten, Kolonisationsgschichte der Kaufmann als Erster die -neuen Positionen okkupierte und erst später der Bauer mit dem Pfluge, den eroberten. Besitzstand sicherte.- Dieser Weg ist auch heute mutatis mutandis der. einzig gangbare, wenn wir an den arabischen Wirtschaftskreis und die Nachbarländer, denken, wobei noch zu bemerken ist, daß. Elektrizität auch eine Ware ist. — r . Wenn wir r.unter einem solchen. Gesichtspunkt;-un%-ein Bild über die Lage zu machen versuchen, so werden^ wir leider feststellen müssen, daß wir über den Binnenhandel Palästinas und der Nachbarländer -s.o . gut wie kein Material haben. Seit Ruppins -„Syrien als. Wirtschaftsgebiet4' hat sich keine Publikation im wesentlichen mit diesem Problem befaßt. Ihre Beantwortung müßte sowohl die; Formen als auch, die einzelnen Warengruppen umfassen. Eine Untersuchung über die Formen des Binnenhandels müßte folgende Fragen beantworten:; ' » o A) Wie gelangt die Ware vom Importeur an -den' letzten kleinsten' Konsumenten im Dorfe? Bezieht der Dorfkrämer seine Ware direkt beim Importeur oder sind noch ZwischenHändlef vorhanden? Wenn ja, wie viele? Hat das kleine arabische Dorf Krämer oder kauft 'der Fellache