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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 478

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 478 (sequence 16)
Language
German
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478 Unternehmungen dauernd zu kontrollieren, denen es entweder selbst durch Kredit oder Beteiligung geholfen hat oder bei denen es die Interessen privater Kapitalisten wahrnijnmt, deren Beteiligung es vermittelt hat. . Ein solches zentrales Institut für die Bedürfnisse der Industrie könnte vielleicht besser Industrial Investment Coriipany oder Industrial Development Company oder so ähnlich genannt werden, um das phonetisch bequeme, aber dem Sinne nach zu ejnge Wort „Bank" zu vermeiden. Ich glaube, daß wir trotz der Beschränktheit in unseren Geldmitteln diesen Kongreß nicht zu Ende gehen lassen dürfen, ohne das minimale Kapital von 100.000 Pfund für dieses Institut aus dem Budget-der beiden nächsten Jahre bereitzustellen. Viele Industrielle glauben, daß ohne die Einführung eines Schutzzollsystems für europäische Erzeugnisse die Industrie in Palästina sich nicht entwickeln kann. Ich verstehe, daß hohe Schutzzölle in einem Lande mit großem Inlandmarkt einer Industrie besonders in den Entwicklungsjahren viel helfen können, aber ich bin im Zweifel, ob dieser Weg in Palästina gangbar ist. Die Regierung wird sich dagegen sträuben, notwendige Lebensbedürfnisse der Bevölkerung durch Schutzzölle noch teurer zu machen, als sie es ohnehin in Palästina bereits sind, und es wird uns sehr schwer sein, diesen Einwand zu widerlegen. Allenfalls wäre ein Schutzzoll auf Luxusbedürfhisse möglich. Aber für diese Luxusbedürfnisse, die ja auch nicht wirklich Luxus, sondern einfach Bedürfnisse eines Europäers sind, kommen als Konsumenten größtenteils, nur die Juden in Betracht. Die Einführung von Schutzzöllen würde also bedeuten, daß wir aus der einen Tasche etwas herausziehen, um es in die andere hineinzulegen. Schließlich aber — und das ist das Entscheidende— würde Palästina bei Einführung von Schutzzöllen Gefahr laufen, daß andere Länder ihm mit gleicher Münze heimzahlen, und das würde gerade der Industrie, die sich ja entwickeln und für den Export arbeiten will, fremde Märkte verschließen. Ich glaube also, daß wir in bezug auf unsere Forderung nach Zollschutz sehr vorsichtig sein müssen. Die " Industrie hat, wie Sie wissen, verschiedene Forderungen an die Regierung. Einige ihrer Forderungen, so zum Beispiel die Abschaffung des industrietötenden Einfuhrzolles auf Rohmaterialien, hat die Regierung erfüllt. In anderen Forderungen, zum Beispiel der Steuerfreiheit industrieller Ünternehmungen in der Anfangszeit oder neuerdings in der Frage des Zollabkommens mit Syrien, nimmt die Regierung einen Standpunkt ein, der den Wünschen unserer Industrienen zuwiderläuft. Ich glaube, daß wir in diesen Fragen nicht weiterkommen, solange dieselben vom Revenuestandpunkte betrachtet und von denjenigen Beamten entschieden werden, denen im Ressortinteresse an einer Erhöhung der Re-

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