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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 446

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Tartakower, Lodz.
Date
1927-01-01
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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446 das erste Halbjahr auszahlen izu können, drohende Krise, ist nunmehr fast unmittelbar nach der dritten Konferenz der Histadrutti mit der ganzen Schärfe aalsgebrochen. Die Leitung der Waadat-Taribut, außerstände ihren Verpflichtungen gegenüber der Lehrerschaft nachzukommen, erklärte in gremio ihren (Rücktritt. Die -nachfolgenden Verhandlungen »miit der zionistischen Exekutive führten zu keinen Ergebnissen, da die Exekutive sich? zwar bereit erklärte, die ganze- Angelegenheit dem Kongreßgericht zu-: (unterbreiten, aber bis dahin gar keine Unterstützung über die im ersten Halbjahr gezahlte hinaus gewähren wollte. Die Lehrerschaft der Institutionen der Waadat-Tarbut veröffentlichte daraufhin eine (Erklärung in der Presse, wo sie auf ihre ständige Benachteilig/ung gegenüber den »übrigen inden zionistischen Schulen arbeitenden Lehrern ihiinweist, gegen den -letzten Schritt der zionistischen Exekutive scharf protestiert und betont, die Ausizahlnng der ihr gebührenden 'Gehälter mit allen ihr zur Verfügung: stehenden'' Mitteln, den Gerichtsweg, nacht ausgeschlossen, anstreben <zu wollen. Darüber hinaus droht sie mit der Einstellung der Arbeit in allen Anstalten bereits in der nächsten Zeit, falls ihr die Auszahlung der Gehälter .bis Schluß des Schuljahres nicht garantiert wird. Die durch diese Ereignisse unter der Arbeiterschaft verursachte Erregung ist sehr groß. Es mehren sich die Proteste der verschiedenen Arbeiterräte gegen das Vorgehen der Exekutive. Letztens hat sich ihnen auch die allgemeine Organisation der jüdischen Lehrer in Palästina angetschlossen. Es ist;zu hoffen, daß im letzten Moment doch ein Ausweg gefunden wird, der die Weiterexistenz der Institutionen der Waadat-Tarbut ermöglicht. Bei aller Anerkennung der -ungeheuer schweren finanziellen Lage der zionistischen Exekutive ist es kaum izu verstehen, warum die Kürzung des für Kutarzwecke bestimmten Budgets in erster Reihe die Institutionen der Arbeiterschaft treffen sollte. 5. Die Frage der Arbeitslosenunterstützung. Die Beschlüsse der letzten Satzung des (zionistischen Aktionskomitees,, die, wenn auch in (beschränktem Ausmaß, eine Lösung der Arbeitslosenlfrage mit sich bringen, sollten, sind -bis zum heutigen Tage nicht zur Ausführunggelangt. Dde zionistische Exekutive macht die Mobilisierung von Notstandsarbeiten in Haifa, Afule und Jerusalem, die allen registrierten Arbeitslosen an diesen Städten {ein Drittel der Gesamtzahl der Arbeitslosen lim Land)* Beschäftigung geben' würden, von einer weitgehenden Reduktion der Zahl der von ihr unterstützten Arbeitslosen in Tel-Awiiw abhängig. Dje Vertreter der Exekutive der Histadruth, die im Prinzip mit den Bestrebungen, die Zahl der von der zionistischen Exekutive untertsützten Arbeitslosen m reduzieren, einverstanden »sind, wenden sich »jedoch gegen eine 'mechanische Verringerung derselben, -solange für die von der Unterstützung künftighin Ausgeschlossenjen keine Arheitsmöglichkeit oder anderweitige Unterstützung (zum Beispiel seitens der Gemeinden) gesichert ist. Die Folgen eines derartigen Schrittes, der viele Hunderte oder gar Tausende an einem Tage ganz brotlos machen würde, (könnten ganz unalbsehibar werden. Auf den scharfen Protest der Exekutive der 'Histadruth hin hat auch die zionistlsdie Exekutive von ihrem Gedanken, die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung überhaupt einzustellen, Abstand genommen. Es schweben nunmehr 'Unterhandlungen darüber, wie man für eine bestimmte Zahl von Arbeitslosen in Tel-Awiw Beschäftigung oder anderweitige Unterstützung (Emden könnte, um (schließlich dazu m gelangen, daß ein Drittel der Arbeitslosen dm Lande bei den Notstandsarbeiten1 der zionistischen Exekutive Beschäftigung findet, ein Drittel weiter die Arbeitslosenunterstützung von der Exekutive bezieht, indes das restliche Drittel irgendwie anders, untergebracht wird. Doch wird in der Arbeiterpresse darauf hingewiesen,, daß die Ersparnisse, die durch Ausschluß eines Drittels der Arbeitslosen von der Unterstützung bis zum Kongreß entstehen würden, zu geringfügig seien.

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