Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. Tartakower, Lodz.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379864-2384819--05615-2385053- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
445 3oren gegangen. Es zeigte sich auch, -daß die absichtlich lose Verknüpfung. mit der Histadruth, um mehr arabische Arbeiter heranzuziehen, gar nicht zweckmäßig sei, da ja ohnehin .taner wieder die Hilfe der obersten Instanzen derselben in Anspruch genommen werden mußte. Andererseits wurden; auch'infolge der fortwährenden inneren Reibungen die eigentlichen gewerkschaftlichen Aufgaben der Organisation vernachlässigt, die daher bis zum heutigen Tage nicht vieleszur 'Besserung der an vielen Be- .ziehungen unerträglichen Lage der Eisenbahnarbeiiter geleistet hat. So mußte denn ein Ausweg aus der fatalen Lage gefunden; werden. Die Konfeirenz nahm die Beschlüsse der dritten iKonfereniz der Histadruth über die Fonm der organisatorischen Vereinigung der jüdischen und der arabischen Arbeiter an, proklamierte ihre enge (Zusammenarbeit mit der Histadruth und' <präzisierte (ihre Forderungen gegenüber der Landesregierung •als der Arbeitgebern!. So ist denn in der nächsten Zeit wohl eine regere gewerkschaftliche Arbeit der Organisation, andererseits auch eine weit-, gehende Verschmelzung mit der Histadruth' zu erwarten. 3. Die Konferenz der jemenitischen Arbeiter. •Ganz anderer Natur waren die Verhandlungen der Konferenz der jemenitischen Arbeiter, die am 27. und 28. Juli in Tel-Awiw stattfand. Handelte es sich bei den Eisenbahnarbeitern am weitgehende Annullierung dea* ziemlich künstlich (zwischen ihnen und den' übrigen aüdischen Arbeitern gezogenen Grenzen, .so verfolgte die Konferenz der jemenitischen Arbeiter umgekehrt den Zweck, gerade auf die besonderen Interessen der jemenitischen Arbeiteir <zu weisen und deren Berücksichtigungzu verlangen. Seit ihrer noch vor dem Weltkrieg erfolgten Einwanderung ins Land (bilden die \jemeniitischen Arbeiter ununterbrochen ein Schmerzenskind des jüdischen Jischub im Lande. Trotz der vielen Hoffnungen, die mit ihrer EdnWanderung verbunden waren und denen auf zionistischen (Konferenzen' und in der Presse immer wieder Ausdruck gegeben wurde, ist doch bis zum heutigen Tage 'blutwenig .zur Seßhaftmactong der Jemeniten und Besserung ihrer sehr schweren Lage getan worden und auch Histadruth, in deren Reihen •sich ein großer Teil der jemenitischen Arbeiter befindet, schenkte ihnen bis -zum heutigen Tage viel zu wenig Aufmerksaiokeit. So präzisierten -denn die Delegierten der /Konferenz, die im Namen von 600 ijeimenlitischeii Arbeitern sprachen und deren unerschütterliche Treue der Histadruth .gegenüber 'betonten, noch einmal die hauptsächlichsten (Forderungen der Jemeniten: Ausbau der in der Nähe der jüdischen (Kolonien bestehenden Jemenitensiedlungen, in erster Reihe durch Zukauf von Boden und Wasserinstallatioii, Schaffung von neuen Siedlungen' und Berücksichtigung der »jemenitischen Arbeiter bei den Vorbereitungsarbeiten izur Gründung von städtischen Arbeitersiedlungen. Es wurde aber noch darüber hinaus die Schaffung einer ständigen Repräsentanz der (jemenitischen] Arbeiter vorgeschlagen, die dafür sorgen soll, daß die 'Beschlüsse nicht auf dem Papier bleiben. Die (Repräsentanz soll aus einer isechsköpfigen Kommission bei der Exekutive der Histadruth bestehen, die sich mit allen Angelegenheiten der Jemeniten befassen und an dieser Hinsicht auch der Exekutive ihre Wiünsche unterbreiten soll. Aetoliohe Kommissionen mit beschränktem Aktionsikreis sollen auch bei den Arbeiteirräten in allen/ Ortschaften mit einer bedeutenderen Zahl von jemenitischen Arbeitern entstehen. Sollten die 'Beschlüsse der Konferenz tatsächlich erfüllt werden (die Mitglieder der Kommission bei der Exekutive sind bereits bestimmt worden), so kann dies für das weitere Schicksal der jemenitischen Arbeiter von .großer Bedeutung werden. 4. Die Krise in der Kulturarbeit der Histadruth. Die schon seit einigen Monaten im Zusammenhang mit der Erklärung der (Zionistischen Exekutive, . die de<r -<Ku<lturkommission - der - Histadruth ((Waadat Tarbut) für das gegenwärtige Jahr gewährte Subvention nur für