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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 418

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Die Frauenarbeit in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 418 (sequence 2)
Language
German
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418 Unter den orientalischen Jüdinnen, den Frauen aus Persien, Bagdad, Yemen, der Buchara, finden sich vielfach Ansätze zur Heimindustrie (orientalische Stickerei, Teppichknüpferei etc.), die , namentlich durch die lokale palästinensische Frauenorganisation in letzter Zeit sehr gefördert wird. Auch andere Frauengruppen sehen sich vor die^otwendigkeit gestellt, derartige Arbeitsschulen zu eröffnen, um den Frauen aus ihrer Arbeitslosigkeit zu städtischen Berufen zuv verhelfen. (Arbeitsschule von Frau Anitta Cohen in Telr Awiw.) Denn ebenso, wie bei den männlichen Poalim besteht auch hinsichtlich der Arbeiterinnen die Schwierigkeit, sie aufs Land und in die landwirtschaftliche Arbeit überzuführen. Bekanntlich hat vor nicht langer Zeit die Moazath Hapoaloth (Rat der Arbeiterinnen) gemeinschaftlich mit dem Arbeitsdepartement einen Arbeitsplan für die Beschäftigung von Frauen aufgestellt. Er enthält vor allem die Unterstützung der Mädchen-Lehrfarmen (wie Nac'hlath-Jehuda, Schchunat-Boruchow, Petach-Tikwah, Jerusalem, Chedera), sowie der sogenannten Chawuroth, d. s. gemeinschaftliche Gruppen von Arbeiterinnen, die, durch ihr Zusammenleben die Aufnahme von Arbeit in den alten Kolonien, d. h. das Aushalten der arabischen Konkurrenz (Tägeslohn bis 5 Piaster abwärts) ermöglichen. (Derzeit gibt es 17 Chawuroth mit 350 Mitgliedern.) Das sind Hilfsformen, um einerseits landwirtschaftliche Kenntnisse zu verbreiten — denn diese Mädchensiedlungen haben zwar nur kleinen Bodenbesitz, wenige Dunam, verfügen aber stets über Gemüsegarten, ein kleines Gewächshaus, meist Kerem (Weingarten) und Pardeß (Orangengarten) en miniature, Baumschule, Geflügelhof; häufiger findet sich unter diesen Kleinsiedilerinnen eine tüchtig ausgebildete Schülerin der Wizo-Lehrfarm Nahalal als 'selbstverständliche Leiterin. 'Andererseits dienen sie einfach dazu, der Arbeitslosigkeit zu steuern und die Ueberführung aufs Land anzubahnen. Ueberdies sind etwa 1200 Frauen in Berufen wie: Krankenpflege (ausgebildet meist in der ausgezeichneten Hadassah Nurse School Jerusalem), Schule und Kindergarten (letztere beschäftigen bekanntlichfast ausschließlich Frauen und Mädchen), Säuglingspflege, Bureauarbeit, selbständige Schneiderei etc. tätig. Sehr gesucht ist die Beschäftigung in Arbeiterküchen und ähnlichen Großbetrieben. Auch in sämtlichen freien Berufen finden wir Frauen, so als Aerztinnen und Zahnärztinnen (viele davon im Dienste der Hadassah tätig), Apothekerinnen, Advokatinnen, Schriftstiellerinnen, Schauspielerinnen etc. Auch weibliche Ingenieure und Architekten gibt es im Lande, so z. B. die Erbauerin der berühmten Lehrfarm Nahalal. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist etwa 1000. Die Einwanderung für Chaluzoth wurde bereits zu einer Zeit gesperrt, als männliche Arbeiter doch noch von Zeit zu Zeit Zertifikate erhielten. Tatsächlich ist es den Frauen immer noch schwerer als ihren männlichen Kollegen, sich in Palästina einzuarbeiten, sich durchzusetzen,

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