Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Mittelstandskolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 6)
- Language
- German
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403 per Dunam rechnen und im siebenten Jahr bei etwa 80 Kisten auf zirka Pfd. 10. per Dunam. Pflanzt man unveredelte Schößlinge, so tritt die Rentabilität ein bis zwei Jahre später ein, als oben angegeben ist. Sortenwahl und Arbeitsmethoden. Was andere Länder, wie mm Beispiel Kalifornien durch lang» jährige und systematische Auswahl unter großen Kosten erreicht haben, nämlich die Standardisierung ihrer Früchte, ist Palästina von selbst in den Schoß gefallen. Die Jaffaorange, im Lande „Shamuti" .genannt, ist ein Markenartikel, gilt als die beste Frucht in der Welt, gerühmt durch ihre Größe, durch ihr feines Aroma, ihre Kernlosigkeit, gute Transportfähigkeit und ihren reichen Vitamingehalt. Daher wird man bei Neuanlagen von Orangenpftanzungen am besten ausschließlich die Jaffaorange anbauen. Mit Hilfe der Regierung kann noch viel zu ihrer Verbesserung und Normalisierung getan werden, insbesondere muß von den Exporteuren, respektive Pflanzerverbänden sorgsamer als bisher die Exportfrucht dahin kontrolliert werden, daß nur gute, schöne Früchte ins Ausland gehen. In den letzten Jahren hat man bei der lebhaften Nachfrage nach Jaffaorangen wahllos Früchte exportiert, was den Ruf der Jaffaorange naturgemäß beeinträchtigen muß und bereits eine Warnung des Imperial Economic Committee zur Folge gehabt hat Die bisherige, fast allgemein übliche Pflanzungsmethode war die, daß man einjährige, in der Baumschule aufgezogene Schößlinge der süßen Limone auspflanzte und ein Jahr später veredelte. Man geht jetzt dazu über, die Veredlung in der Baumschule vorzunehmen und spart dadurch Arbeit, Zeit und Geld. Diese Methode ist in der ganzen Welt bei Fruchtbäumen üblich und wird zum Beispiel in Kalifornien bei Orangen ausschließlich angewendet. Eine lebhafte Diskussion besteht in Palästina darüber, ohne daß man bisher zu einer Klarheit gekommen wäre, ob man nicht, wie fast allgemein üblich, die Citrus bigaradie, die Pomeranze — arabisch Cusch-Chasch — als Baumunterlage wählen sollte. Die Pomeranze hat mannigfache Vorzüge, sie ist klimahärter, Krankheiten gegenüber weniger anfä'llig, wird größer, lebt länger. Ihre Lebensdauer wird auf 60 Jahre angegeben, während die der süßen Limone auf 40 geschätzt wird. Ich habe mehr als 30 Jahre alte Limonen gesehen, die in ihrer Ertragsfähigkeit noch nicht zurückgekommen waren. Der Nachteil gegenüber der Limone besteht darin, daß die Pomeranze etwa zwei Jahre später ins Tragen kommt und dieser Umstand ist für nicht kapitalkräftige Pflanzer — und das sind die meisten — bestimmend, die Limone zu bevorzugen. Ganz ohne Ergebnis scheint die Auseinandersetzung nicht gewesen zu sein, denn man neigt heute dazu, für die schwereren Böden, also für die tiefgründigen, lehmigen, respektive lehmig-