Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 34)
- Language
- German
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396 Kräfte im Einklang steht und Hand in Hand geht und nicht das Resultat einer bloßen politischen- Konstruktion, die willkürlich bleibt, so sehr sie unseren Wünschen und' Idealen entgegenr kommen mag. Unser Lebensproblem — werden viele sagen — die Erhaltung der modernen jüdischen Arbeit und Erweiterung ihrer Positionen mit Einwanderung und Kolonisation, Eroberung der Arbeit, sei damit aber, noch nicht gelöst. Das ist es in der Tat nicht. Es ist eben ein Problem, das durch organisatorische Entwürfe und politische Taktik gar nicht zu lösen ist. Sein Kern ist ökonomisch. Deshalb muß auch jeder Versuch, eine aussichtsreiche und dauerhafte Lösung zu geben, sich ökonomische Waffen suchen. Das konstruktive Pragramm dafür wird sich auf längere Sicht hin meiner Ansicht nach auf. folgenden Grundlinien aufbauen: 1. Maximale Erhöhung des jüdischen Reallohns, Aus einer, wenn auch niedrigen nominellen Lohngröße muß das höchste Maß von Nutzen für die Gestaltung der tatsächlichen Lebenslage herausgepreßt werden. Das schließt auf der einen Seite eine weitblickende soziale Wohnungspolitik, die Schaffung von Schchunot-Owdim in der Nähe der Städte und die Errichtung: von Hilfs- und Nebenwirtschaften für die Landarbeiter in den Kolonien, auf der anderen Seite das Mißtrauen gegen jene Art hitzköpfiger Wirtschaftspolitik ein, die durch einen primitiven und groben Zollprotektionismiis die Lebenshaltungskosten noch steigern will. 2. Maximale Erhöhung der technischen P r odjuktiv.i tat der jüdischen Arbeit. Das schließt deh ganzen sehr wichtigen Komplex unserer zukünftigen Produktionspolitik ein. In allen mit Qualifikation irgend welcher Art verbundenen Arbeitszweigen bedeutet es die Anwendung solcher Methoden und Verfahren, die den größten quantitativen Arbeitsertrag sichern. Die Steigerung der Qualität des Produktes ist eine besondere und sehr ernste Frage. Im Bereich der ganz unqualifizierten Arbeit bedeutet das so weit als möglich die Notwendigkeit der Ersetzung der Hand durch die Maschine. Es ist das der einzige Weg, der in diesen Arbeiten auch nur die Hoffnung der Gleichstellung der jüdischen mit der arabischen'Arbeit eröffnen kann. 3. Abschluß der Landesgrenze gegen die unkontrollierte Einwanderung billiger Arbeit. Die administrativen, politischen und sozialen Schwierigkeiten dieses^ Punktes haben wir im Text kurz gestreift. So groß sie sein mögen, ist ohne ein zureichendes Programm für ihre Beseitigung überhaupt nicht abzusehen, wie man — gerade wenn man in der Zukunft eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung des Landes erwartet — der ganzen Frage Herr werden könnte.