Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 26)
- Language
- German
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«388 verschiedenen Arbeitsgebieten sehr groß. So erhalten z. B. gewöhnlich indische Arbeiter in den Zuckerplantagen regulär einen Monatslohn von Pfd. Sterl. 2.2.6 (neben ihrer primitiven, Behausung und Ernährung). Indische Maschinisten bekommen dagegen bis zu Pfd. Sterl. 6 den iMonat. Eine Gleichstellung des. farbigen Arbeiters mit dem europäischen ist auch hier, wie wir es für ägyptische und palästinensische Verhältnisse vorhin erwähnt haben — nur in einer ganz dünnen Schicht hochspezialisierten Handwerks, z. B. in manchen Druckereien — engetreten. Die obenstehende Tabelle zeigt übrigens natürlich mit großer Deutlichkeit, daß die Unterschiede im Lebensstandard zwischen den Europäern — vorwiegend Angelsachsen — und den Nichteuropäern — vorwiegend Bantu — in der südafrikanischen Union viel größer sind als die zwischen Juden und Nichtjuden in Palästina und daher das Problem dort noch viel schärfer gestellt ist als bei uns. Die Position der europäischen Arbeit und ihre Entwicklung wird im Bericht der südafrikanischen Regierung in ihrer Einleitung zum Kapitel über Arbeitsbedingungen^ folgendermaßen zusammengefaßt: „In der Union sind alle Fragen, die sich auf Arbeitsbedingungen und auf Arbeitslohn beziehen, durch die Tatsache der Existenz des überwiegend eingeborenen und farbigen Teiles der Bevölkerung berührt und in beinahe jedem einzelnen Falle kompliziert. Deshalb muß bei jeder Beurteilung von Arbeits-- und industriellen Angelegenheiten die Existenz von eingeborener, asiatischer und anderer niohteuropäischer Arbeit, die an Zahl die der europäischen Arbeiter im Lande bei, weitem übersteigt, stets als ein wirksamer, in manchen Fällen als ein ausschlaggebender Faktor in Betracht gezogen werden . . . Als das Resultat des Vorhandenseins dieser" großen Arbeiterschiohten ist die Position des europäischen Arbeiters bis zu einem hohen Maße auf die höher bezahlten Grade qualifizierten Handwerks oder auf Beaufsichtigung, Ueberwaehung und Kontrolle der ungelernten Arbeiter, die in praktisch jeder industriellen oder landwirtschaftlichen Tätigkeit in der Union Verwendung finden, beschränkt geblieben. Der ungelernte europäische Arbeiter ist notwendigerweise »und beinahe unvermeidlich im Wettbewerb mit dem eingeborenen oder farbigen Arbeiter zusammengestoßen: gezwungen einen hohen Lebensstandard aufrechtzuerhalten, aber außerstande, einen genügend hohen Arbeitslohn zu erzielen. Die so entstandenen Bedingungen haben auf ausgeprägteste Weise jedes Arbeitsprobleim in der Union beeinflußt und soziale und ökonomische Schwierigkeiten ernster Natur hervorgerufen, derengleichen in keinem der anderen selbstregierenden Dominions zu finden sind. Es gibt zum Beispiel in der Union ein Bevölkerungselement, das unter dem etwas unzureichenden Namen der „armen Weißen" belkannt ist und dessen Zahlen als recht beträchtlich angenommen werden müssen, obwohl sie niemals genau bestimmt worden sind . . . Die „armen Weißen" sind in