Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 24)
- Language
- German
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386 den Schwierigkeiten einer Konkurrenz unter Gleichen aus dem Wege zu gehen, von diesem Sparlohn einen Abstrich zu machen,, der seine Konkurrenzfähigkeit wieder sicherstellen könnte, wenn er auch seine Ersparnismöglichkeit einigermaßen einengt. Er würde dabei natürlich nicht auf seinen heute üblichen Lohn zurückgehen: brauchen. Ein Rabatt von 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Standardlohn der Einheitsorganisation würde völlig genügen. Der Konkurrenzkampf zwischen den Arbeitern der beiden Nationalitäten würde erneut mit größerer Heftigkeit und Verbitterung, wenn auch vielleicht mit einer geringeren Marge, einsetzen. Auch diese Entwicklung würde selbstverständlich die nationalen Gegensätze nicht mildern oder gar aufheben, sondern im Gegenteil auf längere Sicht nur noch komplizieren. vi. Vielleicht ist es nicht uninteressant, zu versuchen, aus der Kolonisationsgeschiohte anderer Länder für unser Problem eine Parallele zu finden und unsere Lage durch eine Analogie zu illustrieren. Das ist nicht feicht. Eine-Parallele für das Bestrebeneines kolonisierenden Volkes europäischen Bedürfnisstandards, ein Land zur Biasis von Masseneinwanderung und Massensiedlung zu machen, in dem ein niedriger Lohnstandard, besteht und durch Zuwanderung immer wieder geschaffen wird, ohne zu Gewaltmaßnahmen zu greifen, besteht kaum. Der Fall der Vereinigten Staaten und der Verteilung der verschiedenen naoh Amerika einwandernden Nationalitäten auf verschiedene Arbeits- und Lohnkategorien im Rahmen der einheitlichen Volkswirtschaft der Union weist augenscheinlich gar keine Vergleichspunkte auf. Ebensowenig können Australien und Neuseeland zu diesem Zwecke herangezogen werden, die dieses Problem in seinem Keim durch eine überaus fanatische White-Australia-Politik erstickt haben, sobald sich die ersten bedeutenderen Einflüsse chinesischer und indischer Arbeitereinwanderung zeigten. Heute sind von der australischen Bevölkerung 96,97 Prozent entweder in England oder in Australien selbst als Weiße geboren. Ihnen gegenüber stehen 0,47 Prozent hr China geborene, 0,08 Prozent in Polynesien, 0,15 Prozent in Indien, 0,08 Prozent in Japan geborene Einwohner. Da das in Summa eine asiatische Bevölkerung im Jahre 1921 von insgesamt 36.442 Menschen aus einer Gesamtbevölkerung Australiens von 4,424.535 Einwohnern ausmacht und die Einwanderungssperre unverändert fortbesteht, so ist auch hier kein Ansatzpunkt für eine Parallele gegeben. Wenn man einige Gebiete Südamerikas (vor allem einige Provinzen Brasiliens) außer acht läßt, scheint mir das Gebiet der südafrikanischerr Union mit den Arbeitsprobleimen, die es aufweist, beinahe der einzige Fall, der wenigstens so weit eine Aehnllichkeit der objektiven: Bedingungen und des Problems aufweist, um eine Analogie ztr gestatten. Um allen Mißverständnissen ron vornherein vorzubeugen,.