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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 371

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 371 (sequence 9)
Language
German
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371 Auch wenn die allgemeinen Voraussetzungen dieser Theorie von Ben-Gurion so sicher wären, wie sie es nicht sind, so hätte sie den entscheidenden Marigel, daß sie gerade für die für uns besonders wichtige Uebergangszeit der Koionisatien, das heißt, gerade für die Dauer der nächsten Jahre oder Jahrzehnte nicht imstande ist, auch nur einen der realen Konflikte aus dem Wege zu räumen* die in der Wirklichkeit beinahe täglich zwischen jüdischer und arabischer Arbeit ausbrechen. Aber bedarf es langer Auseinandersetzungen, um zu zeigen, nach wie viel Seiten diese Theorie hinkt und wie irrig die Voraussetzungen sind, auf denen ihre logische Konstruktion aufgebaut ist? Wenn Ben-Gurion sagt, der jüdische Arbeiter sei nicht darauf aus und auch nicht dazu imstande, die Arbeit innerhalb der arabischen Wirtschaftssphäre zu erobern, so trifft das durchaus nicht das Problem. Die Offensive im Konkurrenzkampf zwischen den Arbeitern der beiden Völker wird stets auf der Seite der billigen Arbeit liegen, die immer als das aggressive, das gleichgewichtstörende Moment erscheinen wird. Und dennoch ist selbst hier die Analyse Ben-Gurions alles andere eher als genau/Nicht einmal in dieser Richtung sind nämlich die Grenzen zwischen der autochthonen und der Kolonisationswirtschaft auch nur einigermaßen fest gegeneinander bestimmt. Haben wir in denjenigen Arbeitsgebieten, in denen aus bestimmten Gründen — entweder technischen, wie im Eisenbetonbau oder finanziellen, wie im Hochbau mit Verwendung großer und kostspieliger Maschinen oder im Brückenbau — die jüdische Arbeit bis zu einem gewissen Maße das Feld beherrscht, es jemals abgelehnt, im Arbeitsfeld des arabischen Arbeiters fair nichtjüdische Arbeitgeber zu arbeiten, mit dem Hinweis darauf, daß es der für uns verbotene Weinberg sei, aus dem wir keine Trauben zu stehlen, gesonnen seien? Haben wir darauf verzichtet, in rein arabischer Wirtschaftsumgebung — wie in Ramleh oder der Altstadt von Jaffa — größere Bauaufträge (meist von öffentlicher Hand) durch Solel-Boneh, oder Akkordgruppen zu übernehmen und auszuführen? Hätten wir im umgekehrten -Falle das gleiche arabischen Arbeitern beim Bau öffentlicher oder privater Gebäude in Tel-Awiw, in Beth-Haikerem oder Talpioth zugestanden? Wir haben, als die Möglichkeit geboten wurde, uns auch nicht enthalten, den Orangentransport von den Plantagekolonien zum Verladehafen, der jahrzehntelang traditionell in den Händen arabischer Kameltreiber lag, eines schönen Tages durch das Automobil zu ersetzen -und in unsere Hand zu nehmen. Es gelang, weB das Automobil das technisch und ökonomisch überlegene Transportmittel war, nicht weil diese Arbeit sich in unserem Herrschaftsterritorium abspielt. Faßt man zudem diese Frage nicht nur in ihrer unmittelbar sinnfälligen Form, so wird man hinzufügen müssen, daß, abgesehen von alledem die jüdische Arbeit als Gewerbeprodukt — die Textilware, die Zigarette, der Zement, die

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