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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 369

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 369 (sequence 7)
Language
German
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369 Lande bestimmt werden müssen. Auf die Dauer hängen deshalb von ihr die politischen Beziehungen wie die soziale Gemeinschaft, der kulturelle Zusammenhang und sogar das gesellige Leben zwischen den Völkern ab. Es bedarf nach alfedem keines Hinweises mehr darauf, daß auch über die Wechselbeziehungen zwischen den Arbeiterschaften der beiden Nationalitäten nur im Rahmen einer solchen Untersuchung ein endgültiges Urteil abgegeben werden kann. Von diesen komplizierten Entwicklungen hängt ja letzten Endes ab, welches Gewicht zum Beispiel überhaupt der Lohnarbeiterschaft in der Entwicklung dieses vorwiegend bäuerlichen und kleingewerblichen Landes zuzuschreiben ist; welche Entwicklung das Arbeitsangebot in den Plantagenkolonien nehmen kann; wie der städtische Arbeitsmarkt beschaffen sein wird; welche Kategorien und Schichten von Arbeitern dieses oder jenes Volkes im Konkurrenzkampf aufeinander stoßen müssen; ob es eine Binnenwanderung von Arbeitern im Lande oder eine Zuwanderung von Arbeitern aus dem Auslande geben wird; in welchem Sinne sie verlaufen und auf den Arbeitsmarkt beschaffen sein wird; welche Kategorien und Schichten von toren die Lohnbedingungen gestalten müssen. Alles das muß aber das Verhalten der Arbeiter untereinander auf die Dauer bestimmen. Von alledem wird also letzten Endes auch das Schicksal der Einheitsorganisation entschieden werden. III. Aber auch solange diese dynamische Analyse noch nicht im einzelnen durchgeführt ist, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß es gerade die Verflechtung zwischen jüdischer und arabischer Wirtschaftssphäre, zwischen Kolonisationswirtschaft und Landeswirtschaft ist, die die spezifischen Probleme des palästinensischen sozialen und ökonomischen Lebens schafft. Keine chinesische Mauer schließt das eine Gebiet gegen das andere ab. Auch die Grenze zwischen dem Arbeitsgebiet des modernen Arbeiters, der in Palästina der Jude ist, und dem des primitiven Arbeiters, der in Palästina der Araber ist, liegen in keiner Weise fest. Sie befinden sich in einer stetigen Bewegung, Verschiebung gegeneinander. Es ist ein Spiel, wie von Flut- und Schwemmland. Jede Welle bringt für dieses Ineinander- und Uebergreifen der Kreise neue empirische Tatsachen. Von den Tatsachen ist hier die Rede, nicht von Ideologien, noch von Wunschbildern unserer Phantasie. Um so verwunderilicher ist es zu sehen, daß die bisherigen Wortführer der Einheitsorganisation ihrer Beweisführung ein Argument zugrunde legen, das in keinerlei Beziehung zu der Wirklichkeit dieser Tatsachen steht, sondern gerade im Gegenteil von der Fiktion einer Abgrenzung der beiden Arbeitssphären gegeneinander ausgeht. Auch Dr. Preuß schreibt ganz einfach: „Es kann außer Zweifel bleiben, daß das Prinzip: arabische Arbeit in der

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