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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 364

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
Zum Problem der jüdisch-arabischen "Einheitsorganisation"
Date
1927-01-01
Page
Seite 364 (sequence 2)
Language
German
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364 Erstens: Ueberau, wo in diesem Lande jüdische Arbeit die Hacke* den Pflug oder den Hammer in den Hand nimmt, begleitet sie der -Schatten der billigen arabischen Arbeit. Der aus Europa mit dem/europäischen Bedürfnisstandard einwandernde jüdische Arbeiter stößt auf Schritt und Tritt auf den beinahe bedürfnislosen primitiven Konkurrenten des Nachbarvolkes. An der Seite des Juden, der acht Stunden arbeitet und für ungelernte Arbeit einen Grundlohn von P. T. Ylxh bis 35 in Anspruch nimmt, steht ein Arbeiter, der 12 bis 14 -Stunden arbeitet und dessen Grundlohn für die gleiche Arbeit häufig P. T. 8 bis 12 nicht übersteigt. Zu beachten ist: der Unterschied zwischen den beiden Lohnhöhen beruht nicht auf den Differenzen, die im Lohn verschiedener Arbeiterkategorien auch innerhalb eines Wirtschaftskreises und einer einheitlichen Gesellschaft gegeben sind, sondern auf dem weiten Abstand, der die Zivilisation, die Wirtschaft und die Gesellschaft der beiden palästinensischen Nationen voneinander scheidet. Zweitens: Der Zusammenstoß im Wettbewerb der zwei durch eine tiefe Kluft getrennten Lebenslagen der Arbeiter der beiden Nationalitäten wäre unvermeidlich, auclr unter der Voraussetzung, daß der teuere jüdische Arbeiter ein „normaler" Arbeiter wäre, in einer normal gegebenen „Volkswirtschaft" normalerweise in seine Funktion hineingeboren wäre und sie natüriichermaßen ausfüllte. Der palästinensisch-jüdische Arbeiter 'ist nicht in diesem normalen Fall. Er ist zunächst ein Immigrant. Die jüdische Arbeiterschaft ist darauf aus, ihren Bereich durch Einwanderung stetig zu erweitern. Er ist ferner ein ^Pionier", der ins Land kommt, um sich selbst an die neue Arbeit im Kolonisationswerk anzupassen, wie wir hebräisch sagen: ,,die Arbeit zu erobern". Die Bedingungen des Wettbewerbs sind also — ökonomisch gesehen — Kampfbedingungen der Einwanderung, Siedlung und „Eroberung der Arbeit". Niemand kann daran zweifeln, daß dieses Doppelproblem eine Kernfrage unserer ganzen Kolonisationsarbeit darstellt. Im Bestreben, ihr eine Lösung entgegenzustellen, ist die Antwort, die besonders in der letzten Zeit wiederholt gegeben und begründet worden ist, die: gemeinsame Organisierung jüdischer und arabischer Arbeit in dem Rahmen einer einheitlichen Organisation. Diese Einheitsorganisation soll dazu bestimmt sein, durch eine gemeinschaftliche Gewerksöliaftspolitik sowohl dem Konkiiitenzproblem an und für sich ein Ende, zu setzen als auch'5' dem Kampf um die „Eroberung der Arbeit" den Weg zu ebnen. Diese Politik der Einheitsorganisation ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Entscheidungen, vor die wir im Verlauf unserer Arbeit in der letzten Zeit gestellt worden sind. Sie wirft uns nicht nur für den Augenblick in einen Strudel höchst verwickelter, beinahe unlösbarer organisatorischer Probleme. Was wesentlicher ist: die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen, die mit dieset Politik verbunden sind, sind, so schwer es auch ist, sie heute schon

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