Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Zur Frage der Agrarreform
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 8)
- Language
- German
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359 Apparates mit den Maßregeln der jüdischen Kolonisationsbehörden im Lande wird das schwere Problem einer Lösung näherbringen können. Die Rentabilität der Gemüsekulturen in Palästina. Von Agronom Hermann Hirsch, dzt. Toulon. Die nachfolgenden Zeilen sind als Ergänzung des Artikels des Verfassers „Die Aussichten des Gemüsebaues in Palästina" in Nr. 6-7 dieser Zeitschrift gedacht, die wir von ihm erbeten haben, da die Frage der Rentabilität die entscheidende ist. Die Red. Wohl wenige Kulturen gibt es, bei denen es so schwierig ist, sichere Angaben über die Rentabilität zu machen wie bei den Gemüsen. Man kann z. B. vom Tabak mit wenigen Worten sagen, der Bruttoertrag betrage ungefähr 50 (bis 70 kg trockene Blätter per Dunam (1 Dunam zirka 900 Quadratmeter), für 1 kg fertigen Tabak erziele man je nach Qualität äg. Pfd. 0.15 bis 0.25 und als Unkosten für Arbeit und Material könne man äg. Pfd. 6 bis 9 per Dunam annehmen. Daraus ergebe sich dann als mittlerer Reinertrag äg. Pfd. 1 bis 3 für den Dunam. Ganz anders die Gemüse — bei ihnen spielen unzählige Faktoren in bezug auf Ertrag, Preis und Gestehungskosten eine Rolle und machen zahlenmäßige, allgemeingültige Angaben fast unmöglich. Hier , soll deshalb ein anderer Weg beschritten werden, um darüber Aufschluß zu erlangen, ob bezw. inwieweit die Kultur der Gemüse in Palästina lohnend ist, und zwar durch einen^ Versuch, die Gesetze, die für die Rentabilität ausschlaggebend sind, aufzudecken. Das, was den Gemüsen zuerst einmal eine spezifische Sonderstellung unter allen Bodenprodukten zuweist, ist ihre Zartheit und leichte Verderblichkeit Während sich die meisten landwirtschaftlichen Produkte, wie z. B. Getreide, Tabak oder Heu, Monate hindurch aufbewahren, lassen, ver^- liert die Mehrzahl der Gemüse schon wenige Tage nach: der Ernte ihren W/ert, wenn nicht besondere, kostspielige Maßnahmen zu'ihrer Konservierung ergriffen werden. Man soll daraus den ersten Grundsatz ableiten, daß jeder Gemüsebauer in der Lage sein muß, seine Erzeugnisse im Augenblick ihrer Reife schnell und sicher, abzusetzen. Und damit kommt man zum Lebensnerv des Gemüsebaus überhaupt, nämlich, dem Markte. Ein bekannter deutscher Gemüsebauer hat einmal gesagt, daß lohnender Gemüsebau nur eine Marktfrage sei. Damit hat er ganz zweifellos recht, denn wenn ein Gemüsebauer von vornherein weiß, daß er bestimmte Mengen Gemüse glatt absetzen kann, so «ist es ihm möglich, diese zu einem sehr niedrigen Preise zu erzeugen und abzugeben, jedoch immer noch seinen Nutzen dabei zu finden — dazu ist aber eine genaue, Marktkerintnis nötig. .... Zwei Arten von Märkten müssen klar unterschieden werden, Exportpder, Engros-Märkte und Lokalmärkte. Für jede Art gelten nämlich ganz besondere, andersartige Bedingungen. Auf einem Exportmarkt werden