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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 330

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1927-01-01
Page
Seite 330 (sequence 5)
Language
German
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330 und darüber hinaus auch wachsende Entfremdung zwischen der Genossenschaft und den Arbeitern mit sich bringe. Es wird also doch mancher innerer Reformen bedürfen, um der Institution ihre weitere gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Nachbemerkung der R e d a k t i o n. iZu den Ausführungen unseres geschätzten Referenten über die Schwierigkeiten von „Solei Bönen" bemerken wir, daß dm Organ der Arbeiterschaft „Dawar" vom 27. und 29. Mai der leitende Redakteur M. Beilinsohn, ein maßgebendes Mitglied der Arbeiterpartei selbst, die Methoden der Arbeiterinstitutionen kritisch beleuchtet. Er spricht von den Mängeln der Administration, Organisation, Arbeitseinteilung, Verteilung der Verantwortlichkeit usw. Von anderen Seiten wird kritisiert, daß die maßgebenden Leiter in ihrer Eigenschaft als Arbeiterführer oft monatelang ins Ausland reisen müssen, daß die Arbeiter des S. ß. — wie sich dies überall bei Betrieben, die den Arbeiterparteien selbst gehören, gezeigt hat — auf besonders gute Arbeitsbedingungen bestanden, daß die Expansion des Unternehmens nicht mit dem vorhandenen (Kapital in Einklang stand u. a. m. Da jetzt S. B. von einem Kollegium geleitet wird, das aus den Vertretern der beteiligten Banken, der Exekutive und S. B. zusammengesetzt ist, wird hoffentlich die geschäftliche Seite in ordentliche Bahnen gelenkt werden. Im allgemeinen trifft wohl Beilinsohn das Richtige, wenn er in dem betreffenden Artikel sagt, daß die Arbeiterinstitutionen (er spricht auch vom Maschbir) neben ihrer wirtschaftlichen Funktion auch eine staatliche erfüllen wollten: die Einordnung der einwandernden Arbeiter in die Wirtschaft. „Diese Betriebe müssen jetzt lernen, was die landwirtschaftlichen der Arbeiter bereits in hohem Maße gelernt haben: der wirtschaftliche Erfolg bedeutet letzten Endes das Gelingen des Aufbauwerkes." Sie müßten sich daher von allen außer wirtschaftlichen Aufgaben befreien. Diese Einsicht ist erfreulich und zeigt, daß auf Seiten der Arbeiterführer genügend Verantwortungsbewußtsein vorhanden ist, um es nicht nötig zu machen, Parteikämpfe um die Durchsetzung der richtigen Grundsätze 2ti führen. Es muß aber auch gesagt werden, daß auf dem Boden Palästinas die Frage der Privatwirtschaft nicht bloß nach ihrer e.twaigen überlegenen Rationalität beurteilt werden kann, da für das zionistische Aufbauwerk die Sicherung der jüdischen Arbeit das zentralste Problem ist. Bei Privatunternehmen ist stets die Gefahr vorhanden, daß nichtjüdische Arbeiter verwendet werden, und aus diesem Grunde haben sowohl die Zionistische Exekutive wie die Arbeiterparteien das Entstehen von Unternehmungen jüdischer Arbeiter begünstigt. Allerdings zeigt die Erfahrung, daß sich in der Privatindustrie die jüdische Arbeit durchgesetzt hat. Die Uebernahme „staatlicher" Aufgaben durch die Arbeiterunternehmungen ist zum großen Teil daraus zu erklären, daß sie zu der schwierigen Arbeit der Anilernung, Eingliederung und Disposition der einströrnenden neuen Arbeitskräfte, die Sicherung jüdischer Arbeit,» die gerechte Verteilung der Last der Arbeitslosigkeit durch abwechselnde Arbeit usw.,. sich auch noch als die Sachwalter der zionistischen Endziele wie der Interessen der Arbeiterschaft ansahen und auch von anderer Seite angesehen wurden. Die Periode des gegenwärtigen Stillstandes der Einwanderung, ist zur Durchführung der Konsolidierung und Rationalisierung der Arbeiterbetriebe und ihre Beschränkung auf rein wirtschaftliche Ziele besonders geeignet, das gilt aber auch für andere verfahrene Unternehmungen.

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