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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 325

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Geistiges Leben. Von Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem.
Date
1927-01-01
Page
Seite 325 (sequence 3)
Language
German
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325 Resolution an, welche Bialik für die gastliche Aufnahme der jiddischen Schriftsteller danikt. Aber die Vorfälle signalisieren jedenfalls die Gefahr. Sie wäre kleiner, wenn nicht auf der anderen Seite, besonders in den Kreisen der aus dem Westen eingewanderten städtischen Intelligenz absolute Gleichgültigkeit gegenüber dem .Hebräischen obwaltete. Die Indifferenz, mit welcher der Zionismus der hebräischen Bewegung gegenüberstand, rächt sich. Die Zahl der zionistischen Männer und Frauen, welche ohne Kenntnis des Hebräischen nach Palästina kommen und deren zionistischer Wille nicht hinreicht, um es hier zu erlernen, ist relativ sehr groß und mit schuld an dem (aus Angst geborenen) Radikalismus. Indifferenz auf der einen Seite, maßlose Verhimmelung der Form, des gesprochenen -Hebräisch ohne jede Beziehung zu den Inhalten der traditionellen hebräischen Kultur, die doch dem hebräischen Wort erst seinen Sinn verleiht, auf der anderen Seite kennzeichnen die geistige Lage des neuen Jischuw in dieser Frage, die eine der wichtigsten ist Es steht zu befürchten, daß die junge, in diesem Milieu aufgewachsene hebräisch sprechende Generation vielleicht radikal hebräisch, aber viel weniger jüdisch sein wird als die Deutschlands oder Amerikas, die in ihrer Mitte große Lehrer hat, die wohl nicht hebräisch sprechen und schreiben, aber den Quellen des Judentums näher sind. Nur ein Kreis von Männern innerhalb des Jischuw, welche eine starke Verbindung mit der Vergangenheit verknüpfen würden mit der Toleranz, die nötig ist, um überhaupt zum heutigen Geschlecht sprechen zu können, die leidenschaftliche Hebraisten wären, aber wüßten, was der Sinn des Wortes ist, könnte dem geistigen Ghaos des neuen Jischuw Richtung geben. Dieser Kreis ist nicht da. Kurze Nachrichten. Das judaistische Institut der Universität veröffentlichte soeben den neuen (vierten) Band seiner wissenschaftlichen Abhandlungen. Der Dozent an dem judaistischen Institut der Universität Dr. Gerhard Scholem veröffentlichte (im Verlage Drugulin in Leipzig) eine Bibliographie der Kabbala, umfassend die über die jüdische Mystik geschriebenen Werke und Abhandlungen. — Die Jüdische National- und Universitätsbibliothek veranstaltete zu Pessach eine Ausstellung der ihr von iDr. Schwadron geschenkten Sammlung von Porträts und Autographen jüdischer Persönlichkeiten. Die Sammlung wurde, da sie zahlreiche Manuskripte hervorragender rabbinischer Autoritäten, insbesondere chassidischer Rabbis enthält, auch von orthodoxen Kreisen sehr besucht. Daraufhin erließ das Rabbinat der rechtsstehenden Orthodoxen ein Verbot des Besuches der Bibliothek, da diese neben religiösen auch weltliche Schriften und Schriften von Ketzerei enthielte. — Nach mehrjähriger Wirksamkeit mußte die palästinensische Oper aus finanziellen Gründen geschlossen werden. — Im Amphitheater der Universität Jerusalem fand anläßlich des Beethoventages eine Feier statt. — Die Universität Jerusalem hat im Sommer- Semester dieses Jahres zum ersten Male einen Kursus für Bibelwissenschaft eingeführt. Der Kursus wird von Professor Felix Perles geleitet. — Der bekannte Forscher der Urgeschichte des Christentums Lake hat in der hebräischen Universität zwei Gastvorträge über die Geschichte des Urchristentums angesagt. — Eine Abordnung des Rabbinats unter Führung von Oberrabbiner Kuk besuchte die verschiedenen Siedlungen im Lande, um sich vom Zustand des religiösen Lebens zu überzeugen. Die Abordnung erklärte, zufriedenstellende Resultate vorgefunden zu haben. — In Tel-Awiw (auf Initiative Bialiks) und in Beth Hakerem bei Jerusalem haben sich Kreise gebildet, welche unter dem Namen „Oneg Schabbat" am Samstag nachmittags zu Vorträgen und Unterhaltungen zusammenkommen, die die Weihe des Schabbat tragen sollen. — In Tel-Awiw fand

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