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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 321

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Erfahrungen der palästinensischen Spiritusindustrie
Date
1927-01-01
Page
Seite 321 (sequence 2)
Language
German
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321 werden konnte. Noch heute sind z. B. in Deutschland die Monopol- Uebernahmspreise für Alkohol so niedrig, daß der kleine Produzent seine Rechnung wohl hauptsächlich in den Nebenprodukten finden dürfte, was natürlich nicht für die größeren Melassebrennereien gilt. Die Gesellschaft „Hitkadmut" scheiterte, noch ehe sie das geringste für die Verwirklichung ihrer eigentlichen Projekte tun konnte: Aus Mangel an einheitlicher Führung und durch . Herumexperimentieren auf verschiedenen Gebieten gelang es ihr, in einiger Zeit die auf das gezeichnete Aktienkapital bereits eingezahlten zirka Pfd. Sterl. 8000 restlos auszugeben. Als diese Gesellschaft ihre Fabrik gründen wollte, waren die Zollverhältnisse in Palästina (11 Prozent Wertzoll auf alle Waren, ziemlich ohne Differenzierung) noch so, daß hier erzeugter Spiritus niemals mit Auslandsware hätte konkurrieren können. Die (Besonderheiten der Konzentration oder Monopolisierung des Branntweiniverkaufes in einigen der Hauptproduktioinsländer bringen es mit sich, daß im Ausland der Alkohol unter dem Gestehungspreis angeboten wird. Es betrug in den letzten Monaten das Offert elf Jaffa inklusive Faß Pfd. ßterl. 18 bis 22 per Tonne; auf die Gestehungskosten des gleichzeitig im Inland erzeugten Alkohols wird weiter unten eingegangen werden. Die Bedingungen für eine gedeihliche Entwicklung einer Spiritusfabrikation änderten sich im Herbst des Jahres 1924, als der neue Zolltarif das Prinzip des Mengenzolles adoptierte und für Alkohol für Konsum und Kosmetik 60 PT. per Gallone, für Brennspiritus 4 PT. per Gallone festsetzte. Es muß hier natürlich darauf hingewiesen werden, daß es seit sehr langer Zeit kleine Brennereien in Palästina gegeben bat, die vor allem aus Feigen, Rosinen, auch aus Wein Branntwein herstellten; besonders, in Rischon befindet sich eine gute Brennereieinrichtung, die Weindestillat' für Kognak liefert. Die hauptsächlich in Jerusalem und sonst verstreuten kleinen Destillierblasen sind von untergeordneter ^Bedeutung. In diesem Zusammenhang soll nur von einer eigentlichen Industrie gesprochen werden. Für diese war mit der erwähnten neuen Tarifordnung des Jahres 1924 der Weg freigegeben, denn auf den oben angegebenen Cif-Jaffapreis sind das ungefähr 500 Prozent, also ein ausgesprochener Prohibitivzoll. Diese Situation wurde denn auch schnell verstanden, und bereits Ende des Jahres 1924 bestanden zwei Gesellschaften, die sofort an die Verwirklichung ihrer Pläne gingen. Als erste war die Gesellschaft „Hächarif" am Platz; sie richtete sich in einem der alten Gebäude der Seifenfabrik „Schemen" bei Haifa ein, unmittelbar neiben der neuen Anlage und am gleichen Eisenbahnindustriegeleise gelegen. Sie nahm ihre Produktion etwa im März 1925 auf; als Rohmaterial wurde Zuckerrohrmelasse aus Aegypten verwandt. Ihre Verarbeitung gestaltete sich besonders einfach, ihre Ausbeuten sind befriedigend (zirka 210 (Kilogramm „laufende" Ware, das heißt von zirka 95 Volumprozent, aus 1000 Kilogramm Melasse) und die Kalkulation gestaltete sich in jeder Hinsicht einfacher und günstiger als bei der Verarbeitung von Durrha. Im Juli 1925 eröffnete die zweite Fabrik „Saraf' in Petach Tikwah ihren Betrieb. Ihre Fabrikationsräume befinden sich in einem ehemaligen Weinkeller der Ica, die für diesen Zweck gut geeignet waren. Ihre Lage ist denkbar ungünstig, 2 Kilometer vom Bahnhof Petach Tikwah zwischen den Pflanzungen auf einem Hügel, alle Anfahrtswege eng und tief versandet, Eine aus dieser Lage herrührende beträchtliche Erhöhung der Produktionskosten leuchtet ein. Im Frühjahr 1925 richtete sich eine dritte Spiritusfabrik in dem ehemaligen Weinkeller des deutschen Dorfes Sarona bei Jaffa ein und eröffnete ihren Betrieb im (Herbst desselben Jahres.

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