Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Die Reform der Agrarsteuern
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 3)
- Language
- German
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300 bination von Werko und Oscher annimmt, -dieselben Sätze anwenden, welche vor 1920 auf dem Boden lagen. Wir können nicht begreifen, daß eine solche Ungerechtigkeit fortgesetzt werden soll, daß zum Beispiel für ein Dunam Landes derselben Güte ein arabischer Effendi 3 bis 5, der- Jude 30 bis 40 Milliemes zahlen soll. Wir können .uns auch nicht damit zufrieden geben, daß noch weitere 10 Jahre lang eine solche Strafe auf die jüdische Landwirtschaft gelegt wird. Nachbemerkung der Redaktion: Weitere Beispiele der vom Autor dieses Artikels angeführten krassen Ungerechtigkeit bei Bemessung der Werko bei den von Juden gekauften Böden finden wir in einem Artikel von Dr. Jacob-Thon, „Land f o r J e w i s h C o 1 o n i s a t i o n" in der Touristennummer von „Palestine and Ncar East" (II. Jahrgang 5-6), über den wir auch unter „Nachrichten und Daten" berichten. Nach ihm wurde bei Böden, die von der PLDC. gekauft wurden, folgende Landtaxen bezahlt: In Jerusalem: Werko gezahlt Werko gezahlt von Fläche in vorl Jer den früheren Quadratpik PLDC. Eigentümern ägyptische Pfund 1. 30.387 602.983 20.— 2. 218.499 358.467 34.3 3. 32.652 178.464 11.5 4. 197.826 74.212 8.95 Ländliche Böden: Kaferetta Hartieh Tel Schamam Jaida Kuskus Taboun 189.19 127.75 134.38 205.— 117.62 39.38 29.89 27.82 30.60 23.95 Zunahme in Prozent 3.014 1.054 1.552 834 481 427 482 670 492 Die ungerechte Bodenbesteuerung ist natürlich eine der wichtigsten Gravamina der Juden gegenüber der Regierung. Abgesehen von den Ungerechtigkeiten, von welchen oben die Rede war, hat die Zionistische Exekutive generell verlangt, daß die neuen Kolonisten einige Jahre überhaupt von landwirtschaftlichen Steuern befreit werden. In allen Ländern der Welt gibt es bei Neukolonisation sogenannte Freijahre (und überdies natürlich die weitestgehende Unterstützung seitens der Regierungen durch Ueberlassung billigen Bodens gegen langjährige Raten, Vermittlung billigen öffentlichen Kredits etc.). In Palästina leisten die neuen Siedler noch viel mehr als irgendwo anders, indem sie versumpfte Gegenden assanieren etc., was überall Aufgabe der Regierung ist. Diese hat aber die berechtigte Forderung nach Freijahren abgelehnt, da sie nicht eine Klasse der Bevölkerung besser stellen (d. h. von Steuern befreien) könne, als die andere. Es ist zu hoffen, daß die Zionistische Exekutive als der- " zeitige JeWish Agency sich dadurch nicht abhalten lassen wird, ihre berechtigten Forderungen immer wieder nachdrücklichst zu erheben.