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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Englische Kolonisationsmethoden in England und Übersee
Date
1927-01-01
Page
Seite 296 (sequence 7)
Language
German
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296 sogar 0,5 bis 1 Prozent niedriger sein als die Rente, die unsere Siedler auf Grund der mit ihnen geführten Verhandlungen (vom fünften Jahre nach der AnsiedLung dem Keren Haijessod zahlen sollen1. Die Zahl der failures, d. h. der Siedler, die nach der Ansiedtog ihren Boden verlassen, ist in England 19 bis 12'Prozent, in Australien sogar Ibis 'zu 30 Prozent. In Palästina fehlt eine genaue Statistik darüber, doch scheint es sicher, daß die Zahl der failures jedenfalls Meiner ist als der Prozentsatz in Australien. und wahrscheinlich nicht größer als der in England. In Kanada sowohl wie in Australien /zahlt die;Regierung den Siedlern im Anfang eine Vergütung dafür, 'daß sie den (Boden an kulturfähigen Zustand setzen, und hilft ihnen dadurch über die erste Zeit hinweg, in welcher die Wirtschaft noch keinen angemessenen Ertrag abwirft. In Palästina siedeln wir unsere Ansiedler auch auf Boden an, der zwar nicht wie in Kanada oder Australien von (Buschwerk gesäubert werden muß, der aiber dafür so heruntergewirtschaftet ist, daß jahrelange Arbeit nötig ist, »utm ihn wieder izu angemessenen Erträgen <zu bringen. Diese Sachlage hat bei uns bisher noch wenig Verständnis gefunden. Man hat sich die Sache leicht gemacht und die Sietiler beschuldigt, eine Defizit- Wirtschaft zu treiben. v Das Beispiel von Australien und Kanada sollte oins belehren, daß in (jedem Lande, wo Ansiedler ein Land besiedeln, das nicht in voller Ertragsreife steht, besondere Aufwendungen notwendig sind, -um den Siedlern über die erste U eiber gangszeit hinwegzuhelfen. Interessant ist, welchen Wert die Berichte der Siedlungskoim.miission auf ein richtiges Training des Siedlers und auf die Tüchtigkeit seiner Frau legen. Dabei muß man in Betracht zehen, daß die ex-soldiers durch den Krieg an körperliche Arbeit und an Strapazen gewöhnt sind und daß fast alle, die als Ansiedlungsikandidaten angenommen worden sind, aus einem landwirtschaftlichen Milieu stammen. Wenn sogar bei diesem Ansiedlungsimaterial die Siedluings'kommrssion ein längeres Training in Australien oder in Kanada für notwendig hält, so muß dies u-msomehr für jüdische Ansiedler »gelten, die nicht wie die englischen ex-soldiers von früher her an schwere körperliche Arbeit «gewöhnt sind nnd keine landwirtschaftliche Tradition halben. Wir haben bisher dem Training unserer Siedler nicht die notwendige Sorgfalt gewidmet. Zwar besteht für die AnsiedLung von Chalkizim die Regel, daß der Siedler .mindestens* 2 bis 3 Jahre in der Landwirtschaft tätig gewesen sein soll. Aber Ibisher konnte er eine richtige landwirtschaftliche Ausbildung — abgesehen von einer Ausbildung in Europa, die aber für Palästina immer nur einen beschränkten Wert hat — in Palästina nur erlangen, wenn es ihm gelang, in eine Kwuzah einzutreten. Die Ausbildung in der einzigen landwirtschaftlichen Schule „Mikweh-Israel" war nur für eine ganz geringe Zahl von jungen Leuten möglich, die noch im Schulalter standen, kam also für die einwandernden Chaluzim kaum in Betracht und die Arbeit in den Pflanzungskolonien gewöhnte den Arbeiter zwar an körperliche Arbeit, blieb aber durchaus einseitig und vermittelte ihm in keiner Weise die Kenntnisse, die

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