Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Die Bevölkerung Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379858-2379863-2384437--05210-2384622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

242 gnation alle Länder des Orients eine sehr geringe Bevölkerung hatten. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts sind Zahlenangaben über die Bevölkerung Palästinas häufiger. Aus den vielen Reisebüchern, die ich daraufhin 'durchgesehen habe, geht hervor, daß die jüdische Bevölkerung, die im 16. Jahrhundert nach der Einwanderung sefardischer Juden eine Zeit der Blüte erle'bt hatte (Safed!), zu Beginn des 19. Jahrhunderts im .Verfall war. Juden lebten nur in den vier heiligen Städten Jerusalem, Hebron, Tiberias und Safed und zählten insgesamt 8000 Seelen, das sind 8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Zahl der Juden nur wenig gewachsen. Schwarz („Das heilige Land." Frankfurt a. M. 1852) gibt für das Jahr 1845 die Zahl der Juden mit 11.100, Ludwig Aug. Frankl („Nach Jerusalem." Leipzig 1858) für das Jahr 1855 mit 10.114 an, darunter 3991 Aschkenasim und 6123 Sefardim. Von allen Juden wohnten 5700 in Jerusalem, 400 in Hebron, 2100 in Safed, 1514 in Tiberias, 400 in Jaffa. Die Juden in Jaffa waren neue Einwanderer, denn im Jahre 1833 waren noch keine Juden in Jaffa wohnhaft. Die Aschkenasim waren zum allergrößten Teil erst seit dem Beginn des 18. JahrhundeFts nach Palästina gekommen. Korten („Reise nach dem gelobten Lande." Halle 1743), der im Jahre 1738 Jerusalem besuchte, berichtet, daß damals dort nur 100 „deutsch redende" Juden aus Deutschland, Dänemark, Holland und Polen wohnten. Die Zahl der Nichtjuden betrug nach den ziemlich übereinstimmenden Angaben vieler Schriftsteller {Robinson, Lynch, Wilson, Röhr usw.) um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Jerusalem 8000 (5000 Mohammedaner, 3000 Christen), in Jaffa 6000, in Hebron 5000, in Safed 3000, in Tiberias 3000. Für die übrigen Städte und für das flache Land finden wir leider keine Angaben über die Nichtjuden. Doch ist aus den obigen Ziffern für die größeren Städte zu schließen, daß um das Jahr 1850 Palästina nur etwa 200.000 bis 250.000 (Einwohner zählte. Nach dieser Zeit steigt die Zahl langsam, aber dauernd an. Die Juden erhielten Zuwachs durch Einwanderung aus Marokko (um 1860), aus Grusinien im Kaukasus (um 1870), aus Buchara und aus Jemen (1883). Seit 1881 kommt eine steigende Einwanderung von Juden aus Osteuropa. Zwischen 1890 und 1900 fällt der Beginn der Einwanderung von Juden aus Urfa (Nordsyrien), Persien, Babel (Bagdad) und Niniveh (Mossul). Die Zahl der Juden in Palästina stieg durch diese Zuwanderung und durch natürliche Vermehrung auf 20.000 im Jahre 1880 und auf 50.000 im Jahre 1895. Von letzteren lebten nach Luncz (Palästina-Kalender, hebräisch-Jerusalem 1895) 28.112 in Jerusalem .und setzten sich wie folgt zusammen: 15.074 Aschkenasim, 7900 Sefardim, 2420 Marokkaner, 670 Grusinier („Gurdjis"), 530 Bucharer, 1288 Jemeniten, 230 Perser. -Es ergibt sich hieraus, daß die Einwanderung aus Osteuropa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.