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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
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235 her fehlt/ Schneiders theoretische Rigorosität, die nur durch sein Festhalten an starren, überholten völkerrechtlichen Begriffen begründet ist, kann hier um so weniger beigepflichtet werden, als die Rechtsstellung der Eingeborenen eines Mandatslandes sich in jeder Hinsicht von der Rechtsstellung Staatenloser unterscheidet. Im dritten Teil der Arbeit werden schließlich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Mandatsklassen (A-, B-, C-Mandate) kurz besprochen. Die Behauptung, daß Großbritannien im Irak ein nur sich selbst verantwortlicher völkerrechtlicher Protektor sei, erscheint uns nicht richtig: der Vertreter Großbritanniens bei der 7. Mandatskommission, Ormsby-Gore, hat höchst eindeutig die bezüglich der Verwaltung des Irak bestehende Verantwortlichkeit der britischen Regierung gegenüber dem Völkerbundrat zugegeben. Infolge der Tatsache, daß Schneiders Schrift nur die allgemeinen Prinzipien des völkerrechtlichen Mandats behandelt, ist das besondere Problem der jüdischen Heimstätte bei der flüchtigen Besprechung des Palästinamandats ganz außer Betracht geblieben. In" einem Anhang finden wir sämtliche Mandatstexte (in englischer Sprache) abgedruckt, was für jene Leser, die keine Gelegenheit haben, zu den amtlichen Publikationen zu greifen, von großem Vorteil ist. Dr. Manka Spiegel, Graz. The Cultivatiori and Manufacture of Tobacco in Palestine by Döctor Theodor Zlocisti (Heft V der Veröffentlichungen der Palestine Economic Society), Tel-Awiw 1925 (englisch, 7 Piaster). Obzwar diese Arbeit schon zwei Jahre alt ist, haben ihre Ergebnisse aktuelles Interesse. Der Verfasser bespricht zunächst eingehend die durch die neuen Gesetze ermöglichte Ausdehnung des Tabakbaues, die nach wenigen Jahren zu einer Absatzkrise geführt hat. Er beleuchtet die Fehler, die gemacht worden sind, vor allem bei der überhasteten Entwicklung des Anbaues. Es wurden oft ungeeignete Böden gewählt, die Vorstudien wegen Düngung und der Pflanzenzahl auf gegebener Fläche nicht gemacht, kein ausgewähltes Saatgut verwendet, nicht die richtige Zeit und Art des Pflückens gewählt, das gepflückte Laub nicht richtig behandelt usw. Er zieht daraus folgende Schlüsse: Es ist noch nicht an der Zeit, daß die Bauern* in Palästina Tabak zu ihrer Hauptkultur machen. Tabak ist weiterhin eine Kultur, bei der Perioden intensivster mit solchen geringer Arbeit wechseln. Mit Saisonarbeitern kann er nicht kultiviert werden. Der Sortierung und Packung muß die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es braucht viel Zeit, bis das investierte Kapital sich umschlägt, denn Reifen, Gären, Verschicken brauchen je einige Monate. Deshalb darf nur mit billigem Kredit, den lediglich eine Pflanzergenossenschaft erreichen kann, gearbeitet werden. Schließlich führt der Autor aus, daß die Juden, bei denen die Anpflanzung eines Dunam mit Tabak (ohne Packung) Pfd. Sterl. 6V2 kostet (bei den Arabern 3Vs) nur Qualitätsware ziehen dürften und eine Marke herausbringen müssen, die sich durch ihre Güte am Weltmarkt durchsetzt. Was die Zigarettenindustrie betrifft, so sind die Exportaussichten angesichts der überall bestehenden hohen Zölle und Taxen auf die Einfuhr nicht groß. Zum Schluß untersucht der Autor die Frage der richtigen Reform der bestehenden Steuersysteme für Tabakprodukte. Da der feine Palastinatabak mit stärkeren ausländischen Sorten gemischt werden muß, sollte der Einfuhrzoll nicht höher als 30 Piaster per Kilogramm sein. Die Banderoletaxe, die per Gewicht eingehoben wird, sollte nach dem WTerte der Zigarren abgestuft werden. Die Regierung sollte den Fabrikanten, welche diese Taxe im Vorhinein entrichten müssen, Kredite gewähren u. a. m. Die Studie hat in Palästina große Beachtung gefunden und wird zur Sanierung der Verhältnisse im Tabakbau sicher vieles beitragen. a. b.

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