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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 221

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1927-01-01
Page
Seite 221 (sequence 2)
Language
German
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221 f) 47 Lesesäle (10 in den Städten,,37 in den Dörfern); - g) 3 Wanderlehrer für den Unterricht der hebräischen Literatur und der Landeskunde; h) Fachkurse für Arbeiter in Tel-Awiw und Jerusalem mit folgenden Unterrichtszweigen: Elektrotechnik, Tischlerei, Zeichnen und Stickerei. Außerdem subventioniert die Waadat-Tarbut das Arbeitertheater „Ohel". Die Größe der Subvention, die die Waadat-Tarbut von der Zionistischen Exekutive bekommt, betrug 1925 Pfd. Sterl. 7000 und 1926 Pfd. Sterl. 9600. Für 1927war die gleiche Subvention vorgesehen, doch erklärte die Exekutive, sie nur für das erste halbe Jahr gewähren zu können. Die Leitung der Waadat-Tarbut sucht den Beschluß rückgängig zu machen, indem sie auf die traurigen Folgen einer Einstellung oder weitgehenden Reduzierung ihrer Tätigkeit aufmerksam macht. 3. 'Der Streik in der Zündholzfabrik „Nur" in Akko. Dieser Streik, der Mitte Februar ausgebrochen ist und bis zum heutigen Tage dauert, verdient besondere Aufmerksamkeit nicht nur wegen seiner langen Dauer und der Aufregung, die er auf beiden Seiten, sowohl der Arbeiter wie auch der Arbeitergeber, hevorgerufen hat, sondern auch wegen seiner Begleitumstände, die ihn zu einer charakteristischen Erscheinung in der Reihenfolge der letztens ziemlich häufigen Arbeitskonflikte in Palästina stempelt. Die Erklärung des Streiks erfolgte nach langen, zum Teil sich schon Monate schleppenden Unterhandlungen, nachdem der Eigentümer der Fabrik, Herr Weizmann, als Antwort auf die letzten Forderungen der Arbeiter den Versuch gemacht hatte, alle aschkenasischen Arbeiter zu entlassen und bloß sephardische und arabische Arbeiter zu beschäftigen. Die Arbeiter fordern insbesondere Aufbesserung der sehr niedrigen Arbeitslöhne (von den 57 in der Fabrik beschäftigten jüdischen Arbeitern verdienten 36 bis 10 und nur 7 mehr als- 20 Piaster täglich), Abschaffung der Beschäftigung von Kindern (zirka 20 zwischen den Arbeitern in der Fabrik) bei gefährlichen Arbeiten, Verbesserung der sanitären und Sicherheitsbedingungen (viele Arbeiter erkrankten infolge der Einwirkung von Paraffin- und Phosphordämpfen, im großen Saal, wo Zündhölzer getrocknet werden und die Feuersgefahr sehr groß ist, ist bloß eine Tür usw.) sowie bessere ärztliche Hilfe, die bisher nur ungenügend und auf Grund spezieller Anweisungen des Eigentümers erteilt wurde. Der Eigentümer der Fabrik, deren Absatz infolge der Einführung eines Schutzzolles für Zündhölzer ziemlich gesichert ist, erklärt diese Forderungen für unannehmbar und droht mit Schließung der Fabrik. Wie erwähnt, ist der Konflikt weit über die Grenzen der Stadt hinausgedrungen. Die Arbeiterschaft im ganzen Land erklärt sich solidarisch mit den Streikenden, hat im Wege freiwilliger Besteuerung ziemlich große Hilfssummen für sie aufgebracht und in vielen Ortschaften den Boykott der Zündhölzer der Fabrik erklärt. Andererseits hat der Verband: der Industriellen, der (ziemlich spät) einen erfolglosen Versuch gemacht hatte, den Konflikt beizulegen, einen scharfen Angriff auf die Arbeiter in den beiden bürgerlichen Zeitungen im Lande „Doar Hajom" und „Haarez" veröffentlicht, wo den Arbeitern insbesondere vorgeworfen wird, daß sie den Streik voreilig erklärt haben und versucht wird, die Behauptungen über die schlechten Arbeits- und Lohnbedingungen in der Fabrik abzuleugnen. Der Arbeiterrat in Akko hat daraufhin in der Arbeiterzeitung: „Davar" alle im Schreiben des Verbandes angeführten Tatsachen berichtigt.

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