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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 219

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Landwirtschaft. Von Dr. Elieser Ascher. Berlin.
Date
1927-01-01
Page
Seite 219 (sequence 3)
Language
German
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219 Grundlage intensiver Kolonisation voraussah, ist vorläufig verschoben worden. Der entscheidende Grund dafür ist der, daß sich keine genügend große Anzahl von Kolonisten, die die geforderte Summe von Pfd. Sterl. 450 zur Verfügung stellen können, gemeldet haben. Hiezu kommt, daß von sachverständiger Seite die Gesamtkosten von Pfd. Sterl. 650 per Familie als zu niedrig angegeben werden und daß man auf mindestens Pfund Sterl. 750 rechnen muß. Es ist anzunehmen, daß der nächste Kongreß sich mit dem Projekt erneut beschäftigen wird und die Frage einer höheren Beteiligung des Keren Hajessod erwägen muß. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf den Bericht des Landwirtschaftsdepartements der englischen Regierung zu verweisen (siehe den Auszug daraus in dieser Nummer), dessen Direktor sich für die, Gesamtkolonisation Palästinas entschlossen auf die Seite Wilkanskys stellt und trotz Anerkennung der wachsenden Bedeutung des Gemüsebaues für die nächste Zeit für Palästina das Prinzip der extensiven Landwirtschaft und eines langsamen Ueberganges zur intensiven vertritt. 4. Verbilligung der Kolonisation. Das Problem der Verbilligung der Kolonisation, das heißt die Herabsetzung der Kosten von zirka Pfd. Sterl 750 bis 900 per Familie auf einen niedrigeren Betrag hat speziell die Experten der Arbeiterschaft in letzter Zeit häufig beschäftigt. Nach den Vorschlägen von Skolnik und Luft auf der Konferenz des Hapoel Hazair in Petagh^l'^ah nimmt nunmehr Levkowitz, ein führender Chawer von En CKä^^zu diesem Problem Stellung. Er hält eine Herabsetzung der Ansiedlüngssumme auf Pfd. Sterl. 350 per Familie für möglich. Er geht dabei von der Voraussetzung einer Großkolonisation aus, derart, daß immer Gruppen von 150 Familien auf je 15.000 Dunam angesiedelt werden. An zwei Stellen könne entscheidend gespart werden: Man müsse sich in der ersten Zeit mit provisorischen Bauten begnügen, was weder für die Menschen noch für das Vieh nach den Erfahrungen von En Charod gesundheitsschädlich zu sein braucht. Auch die allmähliche Ansiedlung der 150 Familien könne hiebei große Erleichterungen schaffen. Sodann sei die Milchwirtschaft viel schwächer auszurüsten als bisher. Der Absatz an Milchprodukten würde in der nächsten Zeit nur schwach entwickelt sein, und man könne sich durchaus mit einer extensiven Form dieses Betriebszweiges mit einfachen Landrassen an Stelle hochwertiger Zuchtrassen etc. begnügen. Wie gesagt, stellt sich Levkowitz eine allmähliche Ansiedlung vor. Die Gesamtsumme von Pfd. Sterl. 52.000 für 150 Familien soll daher auch im Verlauf von fünf Jahren investiert werden, derart, daß im ersten Jahr 26.000, im zweiten 11.000, im dritten 6000 und weiter absteigend investiert werden. Allerdings sind in diesem Betrag die Kosten des Bodens nicht miteinberechnet, ebenfalls auch nicht die Kosten einer ersten Amelioration, falls es sich eventuell um versumpfte oder besonders schlechte Böden handelt. Insgesamt fordert Levkowitz drei solcher Siedlungen, die in ihrem Aufbau der Form von En Charod sehr ähnlich sind. Hiefür werden insgesamt Pfd. Sterl. 160.000 gebraucht, davon 78.000 im ersten Jahr, 33.000 im zweiten und der Rest von 59.000 im dritten etc. Für den Fall, daß der Nationalfonds nicht in der Lage ist, aus seinen Mitteln den Boden zu kaufen, berechnet Levkowitz noch einmal Pfd. Sterl. 100.000 für den Bodenkauf. 5. Geflügelzucht. Die Zionistische Exekutive berichtet von Fortschritten, die die Geflügelzucht in ihren Siedlungen mache. Sowohl die Landwirtschaftliche Versuchsstation in Ben Shemen, wie die Ackerbauschule in Mikweh Jisrael arbeiten mit der Exekutive Hand in Hand. Eine große Anzahl von Inkubatoren (Brutapparaten) sowie von Rassehühnern wurden aus Amerika und Deutschland eingeführt. Die Zahl der Hühner stieg in den Keren Hajessod-Siedlungen von 27.700 im Jahre 1924-25 auf 38.700 im Jahre 1926. Nahalal beispielsweise hatte aus seinem Geflügelhof bei einem Kostenaufwand von insgesamt Pfd. Sterl. 102 eine Reineinnahme

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