Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Landwirtschaft. Von Dr. Elieser Ascher. Berlin.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 2)
- Language
- German
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218 Güte der einzelnen Früchte und nach der Sorgfalt in der Auswahl und Verpackung ganzer Kisten. Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, daß allgemein jetzt die Tendenz vertreten wird, zum amerikanischen System der Verpackung überzugehen. Während bisher in jeder Kiste ein Sortiment von Früchten verschiedener Größe enthalten war, besteht das amerikanische Prinzip darin, sogenannte Standardpackungen zu liefern, das heißt, daß in jeder Kiste nur Früchte gleicher Güte und gleicher Größe verpackt werden. Auf diese Weise werden Handelsmarken und Handelsnamen geschaffen, die sich eine bestimmte und feste Geltung auf dem Weltmarkt erwerben und dementsprechend höher gewertet werden. Alle Erfahrungen, auch die jüngst bei Einführung der Orangen in Mitteleuropa gemachten, sprechen für die Vorteile dieses Systems, und es ist zu erwarten, daß auf der nächstjährigen Ausstellung die Zahl der nach amerikanischem System gepackten Orangen noch größer sein wird. Die Preisgewinner dieser Ausstellung verteilen sich fast auf alle Bevölkerungsgruppen. Zwei erste Preise erhielt Herr I. L. Goldberg, unter den übrigen Gewinnern befindet sich die Pardeß-Company und die Bank der Tempelgesellschaft. Die Orangenausfuhr befindet sich auf der vollen Höhe. Die Zahl der exportierten Kisten betrug Ende Jänner 480.000, dürfte sich aber inzwischen verdoppelt bis verdreifacht haben. Die erzielten Preise sind im Zusammenhang mit der spanischen Mißernte besonders günstig. Sie betragen in London bis sh. 25, in Hamburg bis M. 25 per Kiste, während sie zu Anfang der Saison zwischen sh. T4 und 18 lagen. 2. Kwuzoth-Konferenzen. Das Problem der Kwuzoth wird in der zionistischen Oeffentlichkeit in letzter Zeit intensiv diskutiert. Die beiden führenden Arbeiterparteien Palästinas (Hapoel Hazair und Achduth Haawodah) widmeten dieser Frage zwei besondere Konferenzen. Aus der Konferenz des Hapoel Hazair, deren Beschlüsse bereits veröffentlicht sind, seien zwei Tatsachen besonders hervorgehoben: erstens die feste Ueberzeugung, daß die Kwuzah als Siedlungsform nicht nur geeignet ist, die sozialen Tendenzen der Arbeiterschaft zu verwirklichen, sondern auch rentable landwirtschaftliche Betriebe schaffen kann. Ein Beweis für diese-Auffassung, der auch die führenden Vertreter des Moschaw-Prinzips beitraten, sei die nunmehr erfolgte Konsolidierung verschiedener Kwuzoth (siehe Zeitschrift „Palästina" Nr. 1-2, Seite 68). Die zweite Tatsache war eine sehr -scharfe Trennung zwischen großer, kleiner Kwuzath und „Kibbuz Arzi". Der letztere stellt eine Vereinigung ländlicher Siedlungsgruppen mit Lohnarbeitergruppen in Stadt und Land dar. Gegen dieses Siedlungsprinzip sprach sich die Konferenz in Diskussionen und Beschlüssen sehr stark aus. Es handle sich hier um die schädliche Auswirkung eines rein gesellschaftlichen Expansionsstrebens, die wirtschaftlich völlig unzusammenhängende Elemente vereinigen wolle. Die angesiedelten landwirtschaftlichen Kwuzoth seien geschlossene Wirtschaftskörper undkönnten und sollten sich mit anderen wirtschaftlichen Kwuzoth zu einer Gesamtkörperschaft vereinen. Ebenso sollten sich auch die Arbeitergruppen in den Pflanzungskolonien mit städtischen Arbeitergruppen zusammenschließen. Für die weitere Klärung der Frage wurde eine Kommission gewählt. In der Konferenz der Achduth Haawodah wurde hinsichtlich des „Kibbuz Arzi" die Meinung vertreten, daß man diesem Prinzip, als jüngstem, Entwicklungsfreiheit ohne jede Einmischung geben müsse, selbst wenn man von seiner Richtigkeit noch nicht überzeugt sei. Weiterhin wurde auf das Problem der Politisierung, das heißt der klaren sozialistischen Einstellung aller Mitglieder der Kwuzoth hingewiesen. Die gefaßten Beschlüsse liegen noch nicht vor. 3. Sosk in- Siedlung. Die Durchführung des Projektes von Dr. Soskin, das, wie bekannt, die Ansiedlung von 250 Familien auf der