Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Übersicht aus Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 3)
- Language
- German
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217 jüdischen Arbeitslosen befindet sich unter Beratung; aber die Regierung wird in ihren weiteren Plänen durch ein ähnliches Uebel gehemmt, wie die Zionistische Exekutive, nämlich durch Geldmangel. Die Einnahmen der Regierung sind im Laufe des Jahres erheblich gefallen und das Londoner Colonial Office drängt auf Durchführung weiterer Ersparnisse. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, daß in der nächsten Zeit eine Reihe sehr wichtiger Arbeiten in Angriff genommen wird. Der Bau der Straße Jaffa—Petach Tikvah hat bereits begonnen und als nächste Arbeiten sind die Entsumpfung der Kischonmündung, die sich auf ungefähr Pfund Sterl. 20.000 stellen wird, und der Ausbau der Straße Rischon le Zion— Rechowoth, der sich auf Pfd. Sterl. 9000 stellen wird, sowie Arbeiten im Werte von Pfd. Sterl. 4000 in Jerusalem geplant. Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß sie in Palästina in unparteiischer und gleicher Weise für alle Teile der Bevölkerung die Grundlage einer gesicherten Ruhe und geordneten Verwaltung im Lande schaffen muß, daß jedes Abweichen von dieser über den beiden Völkern, stehenden Haltung eine Gefährdung der Ruhe und Ordnung im Lande mit sich bringen kann. Wenn es auch anzuerkennen ist, daß die Regierung keine Maßnahmen durchführen darf, die einseitig der jüdischen Bevölkerung zugutekommen, so muß anderseits betont werden, daß es Aufgabe der Regierung ist, das allgemeine kulturelle und soziale Niveau der gesamten Bevölkerung zu heben und zu diesem Zwecke in allen Teilen des Landes und für alle Teile der Bevölkerung für * einen Ausbau des Erziehungs- und Gesundheitswesens, für eine Verbesserung der Kommunikationen und für eine Erleichterung v der Bedingungen der Landwirtschaft und der Industrie zu sorgen, wie auch durch eine moderne Gesetzgebung in allen Zweigen, unter anderem auch auf dem Gebiete des Arbeiterrechtes, die. Grundlagen für ein zivilisiertes Gemeinwesen in Palästina zu schaffen. Eine energische Durchführung dieser Maßnahmen würde auch der jüdischen Siedlung im Lande großen Nutzen bringen. Freilich ist eine energischere Tätigkeit in dieser Richtung von der Regierung, die heute eine reine Bureaukratie ist, nur mit der steigenden Einführung demokratischer, kontrollierender Instanzen der" Bevölkerung zu erwarten. Die Regierung hat sich bereits zu dem Standpunkt bekannt, daß sie für das hebräische Schulwerk in vollem proportionellem Ausmaße zur jüdischen Bevölkerung die Finanzierung tragen muß. Es wäre zu wünschen, daß sie in bezug auf das Gesundheitswesen zu dem gleichen Resultate gelangt. Was die landwirtschaftliche Ansiedlung der Juden anbetrifft, so wären auf diesem Gebiete große Re- formen, insbesondere im Steuerwesen, durchzuführen, die der gesamten Landwirtschaft des Landes zugute kämen und die auch der Errichtung neuer jüdischer Siedlungen dienen würden. Geeigneten landwirtschaftlichen Elementen aus der Bevölkerung ist freies Land zur Ansiedlung zu geben, und die Regierung hat bereits die ersten notwendigen Schritte unternommen, um festzustellen, welches Land von den Staatsländereien im Jordantale in der Nähe Jerichos der Jewish Agency zur Ansiedlung übergeben werden kann. Auf dem Gebiete der Zollerleichterungen für die Industrie Palästinas hat die Regierung bereits bedeutende entgegenkommende Schritte zur Besserung der Zollvorschriften unternommen. Landwirtschaft Von Dr. Eiieser Ascher, Berlin. 1. Orangenausstellung. Ende Februar fand in Jaffa eine große Orangenaussteliung statt. Ihr Zweck ist, die Fortschritte im Anbau und in der Verpackung der Orangen den interessierten Kreisen alljährlich vor Augen zu stellen und zu weiteren Verbesserungen aufzumuntern. Die Ausstellung dieses Jahres war ein sehr guter Erfolg. Die Preise wurden in der Hauptsache nach zwei Gesichtspunkten verteilt: nach der