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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 215

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Arbeit für die Waisensiedlung als Verknüpfung mit dem palästinensischen Erziehungswerk
Date
1927-01-01
Page
Seite 215 (sequence 3)
Language
German
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215 Zionisten, womöglich mit pädagogischer Erfahrung versehene, zur Uebernahme einer Vormundschaft bereit sein. Nichts wäre verfehlter, als auf diesem Wege zionistische Ueberrumpelungserfolge anzustreben, sondern nur auf Grund einer tiefgreifenden Erziehungsarbeit darf, wenn in den Reifejahren eine wirkliche Liebe und Einstellung zur palästinensischen Sache zutage getreten ist, an die Verwirklichung des Ueberführungsplanes geschritten werden. Es ist denkbar, daß mit der Zeit jüdische Waisensiedlungen in Erez, die natürlich des abgeschlossenen Charakters der Galuth-Anstalten entbehren und keine Einengung des Lebenskreises befürchten lassen müssen, in die Lage gelangen, Nachwuchs von außen aufzunehmen. In der Vorbereitung zu dem dort geführten Gemeinschaftsleben höherer Art fällt den jüdischen Jugendgemeinschaften eine überaus wichtige Rolle zu. Sie müssen die Waisenjugend in ihre Mitte ziehen, sie zur Anteilnahme an allen Fragen ihres Lebens führen und in ihnen das Gefühl der Geborgenheit erwecken. Aus dem Bann der Philanthropie in das Kraftfeld der werdenden jüdischen Jugendgesellschaft versetzt zu werden, das ist die erste Pflichtgabe, die die Waisenjugend von der zionistischen Gesellschaft erhalten muß, die erste und vielleicht auch wichtigste auf ihrem Wege nach Palästina. In dieser Beziehung ist bisher vieles, vielleicht alles versäumt worden. Was noch im einzelnen für die Ausgestaltung der palästinensischen Waisensiedlungen getan werden kann und muß (etwa Beisteuer zu modernen Lehrmitteln), bedarf nicht der besonderen Aufzählung, aber dessen wird man schon jetzt gewahr, daß leibhaftige und aussichtsreiche Bande es sind, die uns mit dem palästinensischen Erziehungswerk durch die Arbeit für die Waisensiedlungen verknüpfen -können. Die menischenformende und gemeinschaftsehtische Höhe dieser Siedlungen lassen in ihnen einst einen Eckpfeiler palästinensischer Pädagogik erhoffen, wie auch zweifellos die Anteilnahme an deren Entwicklung rückwirkend Früchte für die allgemeine jüdische Erziehung zeitigen muß. Rundschau. Politik. Von Dr. Hans K o h n, Jerusalem. Uebersicht aus Palästina. Die Wahlen in Jerusalem haben bereits ein Ergebnis gebracht, das für die weitere Entwicklung des Landes von Interesse ist. Die jüdische Wählerschaft Jerusalems hat eine geeinigte Kandidatenliste vorgelegt, die nicht nur Vertreter der Aschkenasim und Sefardim wie auch des organisierten Arbeiterstandes gemeinsam umfaßt, sondern auch Vertreter der Agudath Israel einschließt. Es ist das das erste Mal, daß diese bisher den übrigen Teilen der Bevölkerung verschlossen und ablehnend gegenüberstehende Gruppe mit der zionistischen Bevölkerung des Landes Hand in Hand geht und daß ihre Vertreter an den Sitzungen des Waad Leumi •und des Waad Hair teilnehmen. So erfreulich dieses gemeinsame Auf-

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