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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Schutz den Heilquellen Palästinas!
Date
1927-01-01
Page
Seite 212 (sequence 3)
Language
German
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212 von Tiberias liegen um 1,20 Meter erhöht. Das ganze Grundwasser des Gebietes erfährt zugleich damit tiefgreifende Veränderungen, der Druck auf die tieferen Adern des Quellgebietes wird wesentlich erhöht. Es kann natürlich keine Rede davon sein, aus dieser Befürchtung heraus das Ruthenberg-Projekt aufzugeben oder auch nur aufzuschieben. Das ist auch gar nicht nötig, wenn nur gleichzeitig oder besser noch kurz vorher eine regelrechte Fassung der Tiberiasqueilen ausgeführt wird; damit ist dann jede Gefährdung durch die Stauarbeiten am Jordan ausgeschlossen. Freilich (nur an dieser einen Stelle. Denn ein anderes Quell-, gebiet, das heute noch keine solche Rolle spielt, sie aber wohl zu spielen berufen wäre, die Quellen von El Hamini im Jarmuktal, befindet sich in vielleicht noch größerer Gefahr, und es ist wenig wahrscheinlich, daß auch dort jetzt schon richtige Quellfassungsarbeiten ausgeführt werden können, weil die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Ausnützung dieser Quellen wohl zunächst nicht gegeben sind. Aber dieser Fall rollt doch die ganze Frage eines generellen Schutzes aller palästinensischen Quellen gegen Verschlechterung auf, und dieser^ Schutz kann nur auf dem Wege der Gesetzgebung geleistet werden. Wie r <e i c h Palästina an wertvollen Mineralquellen ist, dürfte überhaupt nicht allgemein bekannt sein, und in der Tat sind auch bei weitem noch nicht sämtliche Quellen auf ihre Verwertungsmöglichkeiten geprüft. Es wäre sehr wohl möglich, daß es sich dabei nicht nur um Badequellen handelte. Würde beispielsweise die eine oder andere Quelle gefunden, die ein brauchbares Versandwasser lieferte, sei es nur ein Tafelwasser oder gar eine wirkliche Heilquelle, etwa ein Eisen- oder Arsenwasser wie Levico, Ronceg.no, Dürkheim oder ein alkalisches Wasser, wie es Karlsbad oder Neuenahr liefern, so könnten durch die Versorgung der Mittelmeerländer und des ganzen vorderen Orients damit völlig neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschlossen werden. Das Werk Blanokenhorns: „Naturwissenschaftliche Studien am Toten Meer und im Jordantal" führt eine außerordentlich große Zahl von Mineralquellen der verschiedensten Art an; fachmännische Prüfung könnte unter ihnen wohl manche finden, die bei richtiger Fassung und Verwertung schöne wirtschaftliche Möglichkeiten gäbe. Vor allem aber müßte eben von Seiten der Landesverwal tu ng der Bestand des Landes an derartigen natürlichen Heilschätzen aufgenommen und dann ihre Fortexistenz gegen schädigende Eingriffe geschützt werden, und das kann gar nicht schnell genug geschehen. Heute kann noch vieles verhindert werden; ob es später möglich ist, das Geschehene wieder gutzumachen, ist eine andere Frage!

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