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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Die jüdische National- und Universitätsbibliothek
Date
1927-01-01
Page
Seite 204 (sequence 3)
Language
German
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204 Die medizinische Abteilung steht unter dem Protektorat des Jewish Physicians' Committee in New York, das einen großen Teil der administrativem Spesen dieser Abteilung übernahm und >mch für IBüoherkauf und Zeitschriftenabonnement Geld zur Verfügung stellte. Die Zahl der Leser war im Jahre 1936 50.000. Von den .ausgeliehenen Büchern steht das Hebräische mit 16.300 Bänden an der Spitze, dann folgt deutsch mit 6800. Das Budget der Bibliothek beträgt 4,914.145 Pfd. Sterl. Hievon werden 2000 Pfd. Sterl. vom Keren Hajessod, der Rest von der Universität getragen. (An dem Budget der Universität ist der Keren Hajessod beteiligt.) Der jährliche Zuwachs «an Büchern in der Bibliothek Jerusalem entspricht ungefähr dem (jährlichen Zuwachs der Deutschen Bücherei in Leipzig, deren Budget (zirka 16.000 Pfd. Sterl.) mehr als dreimal so groß ist, obzwar diese Bibliothek fast ihre gesamten Bücherbestände durch Geschenke der deutschen Verleger erhält. Dabei sind die Aufgaben der Bibliothek Jerusalem infolge der großen Verschiedeinheit ihrer -aus lallen Ländern stammenden, .allen Glaubensbekenntnissen Palästinas angehörenden Leser besonders schwierige. Nur durch die energische Hilfe ihrer Freunde in allen Ländern kann die Bibliothek der ihr gestellten Aufgabe gerecht werden. Jericho, ein ungehobener Schatz. Von Dr. E. M. Zweig, Jerusalem. Bekanntlich sind die Juden, welche etwa 16 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas bilden, nicht gleichmäßig über das Land verteilt. Die starke Mehrheit wohnt in den größeren Städten Tel Awiw-Jaffa, Jerusalem und Haifa; der Rest in ein paar Landstädtchen und in den Dörfern einiger bestimmter Bezirke. Unser besonderes Interesse gebührt, vom politischen wie vom ökonomischen Gesichtspunkt, den Juden Jerusalems. Als Hauptstadt Palästinas und als Sitz der Zentralbehörden, der englischen und der zionistischen, hat Jerusalem für uns unmittelbar praktische Bedeutung. Zugleich erhebt es als die Heilige Stadt unverjährbaren Anspruch auf die Sympathien der zivilisierten Welt, was sich schließlich auch als praktischer Effekt auswirkt. Die Judenschaft Jerusalems ist an sich eine ziffernmäßig beachtliche Gruppe. Mit ihren rund 45.000 Köpfen stellt sie nahezu zwei Drittel der Stadtbevölkerung und wird bei den nahen Gemeindewahlen ihr Recht auf die Führung der Stadtverwaltung oder doch auf fruchtbringende Mitarbeit zu bewähren haben. Bevölkerungsgeographisch aber hängt das jüdische Jerusalem sozusagen in der Luft. Nach Westen ist es mit Tel Awiw und unseren judäischen Kolonien durch das lockere, 60 Kilometer lange Band von Eisenbahn und Landstraße verknüpft,

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