Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die jüdische National- und Universitätsbibliothek
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379862-2384136--05048-2384333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
202 III. Die Jüdische National- und Universitätsbibliothek» Vorb. der Red.: Soeben erschien eine schön ausgestattete Broschüre, vom Keren Hajessod und der Bibliothek herausgegeben, die über ihren gegenwärtigen Stand berichtet. Wir ■entnehmen derselben die folgenden Mitteilungen: Kurze Geschichte: Die Bibliothek wurde 1892 von der Jerusalemloge B ne 'B'rith gegründet. Der wertvollste Teil der Bibliothek vor dem Kriege war durch Dr. Josef Chasanowitz, Bialystok, gesammelt worden. 1920 wurde die (Bibliothek mit zirka 30.000 Bänden von der Zionistischen Organisation übernommen und die Vorbereitungen zu ihrer Einrichtung als National- :und Universitätsbibliothek begonnen. Ein Zettelkatalog, geordnet nadh Autoren und Fächern, bei hebräischen Büchern auch nach Buchtiteln, wurdeangelegt. (Die Katalogisierung erfolgt jetzt nach dem Dezimalsystem von Dewey, das für die jüdischen Fächer in besonderer Weise ausgearbeitet wairde.) Das Budget stellte der Keren Hajessod bei, der zentrale Palästinaaufbaufonds, der sämtliche wirtschaftliche und kulturelle «jüdische Aufbautätigkeit 'in Palästina ermöglichl^und fördert. Mit 'Gründung der Universität Jerusalem wurde die Bibliothek in den Rahmen der Universitätsinstitute aufgenommen. Neben der Sammlung von Büchern wurde jetzt auch die systematische Ergänzung der Bücherbestände in Angriff genommien, vor allem für diejenigen Fächer, welche an der Universität gelehrt werden. Die Erweiterung der Arbeit mit Hilfe der Universität machte es möglich, zu dem Hauptgebäude der Bibliothek drei weitere Gebäude in der Nähe zuz-uimieten. Das definitive /Bibliotheksgebäude, für welches die David-Wolffsohn-'Stiftung die Mittel •beigestellt hat, wird auf dem Skopusberge gebaut. Die Entwicklung der Bibliothek nach Fächern seit 1920: Hebraica 1300 Bände, Judaica 4800, Hebraica 13.000,. zusammen 32.100 Bände. 1. Jänner 1927: Hebraica 30.500 Bände, Judaica 17.700, Jiddisch 4200, Soziologie 13.800, Literatur 13.400, Medizin 12.900,. Geschichte 9000, Wissenschaft 5800, Philosophie 4800, Philologie 3500, Allgemeines 3500, schöne Künste 3200, Anderes 12.400, zusammen 140.900 Bände. Hieraus wird ersichtlich, wie einzelne Fächer, welche früher nicht vorhanden waren, im Laufe der Entwicklung der Bibliothek eingerichtet wurden. Die Bibliothek bestand bis 1920 fast ausschließlich aus Hebraica und J.udaica. Nach Fächern betrachtet, haben sich natürlicii die neuen Sammelgebiete am meisten vermehrt. So haben sdch seit 1. Jänner 1924 Soziologie verfünffacht, Medizin verdreifacht, Philosophie verdoppelt. Trotz dieses relativ schnellen Wachstums kann nicht .gesagt werden, daß die Bibliothek auch nur annähernd die Bücher enthielte, welche der Leser braucht; denn nur auf dem 'Gebiet der Judaica, Orientalia und Medizin war es bisher möglich, systematisch Bücher anzukaufen, während es in