Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Die Reform des Zehnten
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Wie aus dem, yon uns 4i^edmckten..yors^äßen-'ider Kommission hervorgeht, ist leider die Umwandlung des Oscher in eine Grundsteuer ad calendas graecas vertagt worden, weil ihr erst die vollständige .Katastrierung des -Bodens vorausgehen muß. Agr. Zagorodsky hat auf die Vorschläge der Kommission mit einem (Artikel in Nr. 4/27 von Mischar •we Taassiah erwidert, den wir nachstehend -etwas gekürzt .abdrucken,: Der Bericht der Oscherkommission, Von Agr. Dr. A. Zagorodsky, Jerusalem. Aus dem gedruckten Bericht ist es unmöglich, zu ersehen, welche Ansichten die Kommissionsmitglieder über die Natur der Oschersteuer haben. Die iMinbrität scheint sie als eine Art Einkommensteuer und -die Werko (Steuer auf Boden und Gebäude) als eine Besitzsteuer anzusehen. Die Werko sollte daher nach dieser Ansicht fixiert werden, trotzdem der Preis von Boden und Gebäuden ebenso .schwankt, wie der des (Ertrages und des Einkommens davon. Vor dem Krieg war der Preis eines Dunams 40 bis 100 Piaster, und ist heute-150 bis 350 Piaster, aber er ist manchmal sogar auf das Zehnfache gestiegen, wie bei Orangenpflanzungen. Der Oscher müsse nach jener Ansicht, da er eine Einkommensteuer sei, mit der Ernte und dem Einkommen schwanken. Wäre der Zehnte eine Steuer auf Reingewinn und nicht auf Roheinkommen, und würde er nur eine den Verhältnissen der Bauern angemessene Höhe erreichen — etwa 3 bis 4 Prozent von der Ernte — oder eine progressive Steuer sein, die mit der bebauten Fläche und der erzielten Ernte wächst, so würde man wenig Grund haben, die Steuer selbst zu bekämpfen, sondern höchstens die Art ihrer Einhebung, in welchem Punkt die Kommission einig ist. Aber in ihrer heutigen Form ist die Steuer in ihrer Art, Höhe und Einhebungsweise eine schwere Last für die Bauern. Die Minorität sieht den Oscher als vorzügliche Steuerart an, wegen seiner Elastizität, mit der er je nach der Güte der Ernte 'schwankt, die Majorität hält die Form der Einhebung als unglücklich, verlangt aber gleichfalls keine Aenderung der Art der Steuer. Sie empfiehlt nur eine feste Taxe an Stelle einer elastischen, und daher glaubt die Kommission, daß erst nach völliger Mappierung des Landes, die nach Ansicht des Verfassers erst nach 20 Jahren vollendet sein wird, der Oscher in eine Grundsteuer umgewandelt werden soll. Gegen den Vorschlag der Kommission wird sowohl der Ef endi (Landgroßbesitzer) als der Fellache opponieren. Der erstere, weil er unter dem alten Regime sehr wenig zu zahlen hat, da fast alles auf seinen Pächter fällt. Der Bauer wird sich einer Fixierung von 10 Prozent Steuer auf das Roheinkommen widersetzen, da sie ihn im Falle von zwei oder drei schlechten Jahren ruinieren kann. Wie die Dinge heute liegen, bann er auf mehrfache Weise gegen die Höhe der Besteuerung wirken: Er sucht die Ernteschätzmeister zu beeinflussen, er beruft gegen die Schätzung und hat sogar gelernt,