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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 177

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
Die Bucht von Haifa
Date
1927-01-01
Page
Seite 177 (sequence 3)
Language
German
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177 „Haifa Bay Development Co." (H. B." D. C), an der drei Körperschaften, der „American Zion Commonwealth" '(hebräisch auch Kehillath Zion genannt), der „Meshek, Palestine Building Co." und eine deutsch-xumänische Gruppe „Kedem" beteiligt sind. Das im Besitz der H. B. D. C. befindliche Gebiet erstreckt sich größtenteils und im allgemeinen zwischen dem Kischon im Süden und dem .Fluß Niaamen im Norden am einer LängeinauiSdehnung von etwa 15 Kilometer mit einem Flächeninhalt von zirka 50.000 Dunam. Hierzu kommt das von der Regierung gepachtete Dünengelände im Ausmaß von 12.000 Dunam, somit eine Gesamtfläche in Verfügung der Haifa Bay von 62.000 Dunam (16.000 Acres gleich 6000 Hektar).*) Die erste Aufgabe, die die Haifa Bay zu leisten hatte, war die Sanierungd'er von Malaria verseuchten Sumpfgebiete. Die Sümpfe in Palästina, insbesondere jene in der Küstenebene, sind größtenteils dadurch entstanden* daß Quellen, die seinerzeit bei geordneter Wässerwirtschaft zur Bewässerung des Bodens dienten, infolge der jahrhundertelangen Verwahrlosung des Landes durch die türkische Administration verwilderten, und daß sich ihre Ausflüsse nach dem Meere durch vorgelagerte Sanddünen'verstopften. Häufig werden durch Wassermühlen oder ungeeignete Bewässerungsanlagen künstliche Malariaherde erzeugt. Sü mpf e im eigentlichen Sinne des Wortes, wie Torfmoore und ähnliche Naturerscheinungen, sind in P a 1 ästina nicht vorhanden. Diese an ihrem regulären Abfluß gehinderten Quellen erzeugen im Sommer' Sümpfe und bilden damit ideale Brutstätten für die.Anopholesmücke, die Erzeugerin der Malaria. Im Winter, während der Regenzeit, ist eine Malariagefahr nicht vorhanden, jedoch treten durch die Verwilderung der Flußläufe weite, sonst fruchtbare Flächen unter Wasser, die dadurch der landwirtschaftlichen Verwertung entzogen werden und den Verkehr stark behindern. Die in den Achtzigerjahren einsetzende Kolonisation hatte für die hier aufgeworfenen Probleme kein genügendes Verständnis, So wurden die Kolonien Petach Tikwah, Chederah, Gan Schmuel, Jemma und viele andere ohne Rücksicht in malariaverseuchten Gegenden angelegt und viele Jahre unterließ man jegliche Sanierungsarbeiten* bezw. begnügte sich mit völlig unzureichenden Maßnahmen. Das Resultat war eine furchtbare Sterblichkeit unter den Kolonisten, und ein jahrzehntelanges Stocken der wirtschaftlichen Entwicklung — eine der wichtigsten Ursachen der Defizitwirtschaft in der ersten Zeit. .....*)"Anmerkung der Red.: Wie bekannt, hat sieh-der iKereii'Kajenreth von der 'gesamten Fläche ein Viertel des Bodens gesichert.

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