Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisationspläne und Kolonisation
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 2)
- Language
- German
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157 wesentlichen auf die Haltung beziehen,,die die,:verantwörtlichen Instanzen einzunehmen haben. Die Kritik entscheidet -dann, ob die Tätigkeit der-gewählten Organe in genügendem Maße, den festr gelegten Richtlinien angepaßt war. Oder — die Beschlüsse sind konkreten Inhalts, eine Forderung, die durchzukämpfen,, ein P I an* der zu v e r w i r k 1 i c h e n i s t; dann, kann die kritisierende Instanz leicht entscheiden, ob.die Forderungen erreicht, der Plan verwirk* licht ist. Unter manchen anderen brachte der letzte ^Kongreß die Annahme des Soskinschen Kolonisationsplanes «zunächst für eine Kolonie, beauftragte Dr. Soskin mit seiner Durchführung und.stellte Mittel dafür in den Etat ein. Heute wird es langsam deutlich, daß der Plan nicht durchgeführt wird, daß ein entscheidender Rechenfehler im Exempel war: Es (gibt keine 250 .Siedlungskandidaten, die zu den gehörigen Kenntnissen auch das. nötige Eigenfcapital in das Unternehmen investieren können. Dem nächsten Kongreß wird also wohl ein Vorschlag vorgelegt werden, mit den Mitteln der Fonds ganz oder zum größten Teil die Pläne Dr. .Soskins zu verwirklichen, für die. das Privatkapital nicht zur Verfügung stand. Die Prüfung dieser Pläne wird deshalb noch genauer sein, müssen als vorher, und man. wird vor allem festzustellen haben, ob für nationales Kapital ein Unternehmen tragbar wird, das es .für privates nicht war. Ein neuer Artikel Dr. Soskins, geschrieben nach den negativen Erfahrungen bei den Versuchen der Verwirklichung seines Projektes, gibt den erwünschten -Anlaß einer nochmaligen- Durcharbeitung der von ihm aufgestellten Thesen und Pläne.*) Unsere Aufgabe wird dabei eine dreifache sein: Zunächst werden wir -uns mit der theoretisch-kritischen Betrachtung beschäftigen müssen, -die Dr. Soskin an den Bericht des Landwirtschaftsdeipartemerits der englischen Regierung in Palästina anknüpft;- sodann werdenwir die zahlenmäßigen Grundlagen und Vergleiche durchgehen, die er anführt, um uns 'Schließlich noch einmal mit dem Problem der „intensiven Kolonisation" in seiner Gesamtheit auseinanderzusetzen. ■•' ' ■ II. - - - Es ist vornehmlich e i n Begriff, der in seiner : Vieldeutigkeit geeignet ist, in alle Diskussionen über unsere Siedlungsärbeit eine entscheidende Unklarheit und schiefe Betrachtungsweise zu'bringen: Nämlich der Begriff „Kolonisation". Unter' Kolonisation verstehen wir im allgemeinen den Vorgang, daß hochentwicikelte Wirtschaftsvölker den Üeberschuß ihrer Bevölkerung in Länder weniger entwickelter ' "Wir't^haft.7 abschieben.. Mindestens für die erste Zeit, meistens aber für ständig bleibt ein enges wirtschaftliches. und politisches Band mit dem" Kolönisationsvolk bestehen. Ein Faktor spielt bei diesem Vorgang eine entscheidende Rolle: Alle zu kb'löftisierenden Länder müssen; ganz besondere, meist monopolärtige ' *) Palestirie and Neär East. 192,6: 11-121