Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Bedeutung und Aufgabe der landwirtschaftlichen kooperativen Arbeitergesellschaft "Nir"
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 2)
- Language
- German
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120 anderen im nächsten) ihre volle Equipieruns erhalten werden; und erst nach dieser Epoche wird es sich erweisen, inwieweit Form und Art der Siedlungen landwirtschaftlich, gesellsQhaftlich und ökonomisch sich bewähren werden. Denn Defizit und Gewinnrechnung allein können in dem Stadium, in dem sich die Siedlungen bis heute befinden, nichts über ihre Aussichten beweisen, und so gut wie die Tatsache, daß im Rechnungsjahr 1925-26 die. Siedlungen Gän Schmuei; Kwuzah iMerchawiah, Nagingad und die Mädchenkwuzoth in Petach Ti'kwah und Schchunatii ßorochow (von den Moschawe O^dim liegen keine derartigen Rechnungen vor) mit Gewinn, Daganiah, En Charod, Tel Josef, Beth Alpha usw. mit Verlust abgeschlossen haben, gar nichts über die Aussichten dieser Siedlungen besagt, solange man nicht die Höhe und Art der Investierungen (z. B. hatte Nahalal bis zu diesem Termin ungefähr die doppelte Investierungssumme per Kopf erhalten wie 'En Oharod)' sowie die sanitären und agrarischen Bedingungen überprüft, was kaum ein Kritiker bisher getan hat, solange berührt jedes Urteil verfrüht und •dilettantisch. Wie dem auch sei, die Tatsache; daß die Vollequipierung, der Abschluß der Verträge und eine, wenn auch bescheidene Neuansiedlung von 260 Familien in dieses Jahr fällt, zeigt,* daß. wir am Beginn einer neuen Siedlungsepoche stehen. Wenn nun in diesem Augenblick die Arbeiterschaft zur Verwirklichung ihres Planes der Zusammenfassung aller ihrer Obhut unterstellten Siedlungen in einer Siedlungsgesellschaft, schreitet (und nur die augenblickliche Krise hindert, wie vieles, andere auch, die Konkretisierung der Beschlüsse, die die Folge der erfolgten Konstituierung der Gesellschaft wäre), so ist es notwendig, um diese Tatsache überhaupt zu verstehen, auf einige wichtige Daten der Geschichte des Siedlungswerkes hinzuweisen. Das Siedlungswerk der Zionistischen Organisation der Jahre 1920-22 (seitdem -fand nur eine minimale Neuansiedlung •statt) war bis auf wenige Ausnahmen zugleich eines der Arbeiterschaft, aus dem einfachen Grunde, weil anderes iMenlschenmaterial, als das gesinnungsmäßig und tatsächlich der Arbeiterschaft nahestand, nicht vorhanden war und auch heute nur in geringem Maße ist (bei der neuen Ansiedlung dieses Jahres werden gerade ^Landsmannschaften und Chassidim in stärkerem Maße berücksichtigt). Unter diesen Umständen war es klar, daß auch die Mer Ansiedlung -zugrunde liegenden gesellschaftlichen und ökonomischen Pläne in weitestem Maße (unter gewissen Einschränkuflgesti) den Zielen der Ansiedler entsprachen, da ja die Zionistische Organisation, anders als die „Ica" '(neuerdings „Pica"), vernünftigerweise davon ausging, nicht zu den sonstigen Schwierigkeiten der Absiedlung noch eine Vergewaltigung der Ansiedler in gesellschaftlicher Hinsicht. hinzuzufügen (siehe auch Dr. iRuppins Ansicht in dieser Frage in seinem Buche ,,Die landwirtschaftliche Kolonisa-