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Palästina · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Erziehung zur Wirtschaftsgesinnung
Date
1927-01-01
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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116 der Sorgen inmitten eines blühenden, aufstrebenden Wirtschaftskreises; Dieses so paradoxe Bild wird verständlich, wenn wir die Wege sehen,4 die das jüdische Kapital abwandert. Wenn war vom Statssäckel absehen, sind es zwei Wunden, durch die sich die jüdische Wirtschaft verblutete: die Araber und das Ausland. Der Import hat im letzten Jahr für 7,500.000 Pfund Waren dn das Land gebracht. Von diesem Import entfallen 27 Prozent auf Nahrungs- und Gentußmittel. Wenn nun sicherlich die heimische Produktion den durch die Massenimmigration gestellten Anforderungen nicht nachkommen konnte, so sind eine große Anzahl von Artikeln nur durch Gedankenlosigkeit, durch Mangel an Wirtschaftsgesinnung konsumiert worden. So sehen wir allein einen Posten von 40.000 Pfund Sterling für Zigaretten ins Ausland wandern, während man sich bemüht, aus Palästina Tabak zu exportieren. Aehniich verhält es sich mit Schokolade und Naschwerlk. Aus Gedankenlosigkeit oder aus Europadünkel kauft man importierte Socken, wo wirklich erstklassige und preiswerte Ware im Lande erzeugt wird. Man kann oft in mehreren Geschäften nach „Scheinen"-Seife fragen, bis man sie erhält. Nun kann man den Krämer verstehen, .der wegen des vielleicht größeren Gewinnes ausländische Wäre forciert Weniger verständlich sind jedoch die Fälle, über die vor wenigen Wochen ftn einer palästinensischen ökonomischen Zeitung berichtet wurde. Der „Solelboneh", die Bammternehmung der nationalen Arbeiterschaft, beziehe ausländischen Zement, statt des erstklassigen einheimischen. Der „Maschbir", der Konsumverein der Arbeiterschaft, habe lange Zeit nur nichtjüdisiche Zigaretten geführt, während er diese jetzt auch führe. Die zionistischen Koiomsationsinstanzen kaufen Drainagematerial, Pumpen usw., bei der deutschen Firma Wagner statt bei der »der Zionistischen Organisation gehörenden „Jaffa Iron Works". Diese Fälle wurden in ökonomischen Kreisen lebhaft diskutiert. In den beiden ersten Fällen wurde die Kreditfrage als Entschuldigung angegeben. Davon abgesehen, wurde angeführt, «daß die Zigarettenfabrik Maspero,. um die es sich vor allem handelt, auch jüdischen Tabak kaufe,Jüdische Arbeiter beschäftige und seine neue F-abrik vom „Solelboneh" hauen lasse. Ebenso beschäftige die Firma Wagner auch jüdische Arbeiter. Es sei daher gefährlich und ungerecht, aus diesen Fakten einen Vorwurf zu machen. Man sehe vielmehr, daß die Araber bereits jüdische Fabrikate, wie;,Nesher"-Zement und „Nur^-Zündhölzchen kaufen. Weiters stünden, die jüdischen Zigaretten, die jüdisch© .Schokolade den arabischen oder ägyptischen Zigaretten, d$r importierten Schokolade qualitativ um vieles naph. •'.'7 Auf letzten Einwand-antworten die industriellen Kreise, daß sie hochwertiges Material nur bei einem entsprechend großen Markt erzeugen können. An der minderen! Qualität sei nicht die Fabrik schuld," sondern das Publikum, das, statt dem kapitalsschwachen

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