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Palästina · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 51

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Entwicklungstendenzen der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina
Date
1927-01-01
Page
Seite 51 (sequence 2)
Language
German
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51 von dem allgemeinen Kulturniveau als auch von der Intensität und Dauer der inneren Propagandaarbeit abhängt. Ganz anderer Natur waren die Motive, die lange Jahre hindurch die Politik der jüdischen Arbeiter in Palästina bestimmten. Die Hauptrolle spielte hier die Erkenntnis, daß sie die führende Kraft im nationalen Aufbauwerk seien, die für dessen Gelingen auch die Verantwortung zu tragen habe. Erst im Laufe der letzten Jahre sind die zwei anderen oben erwähnten Momente dazu gekommen -und die Komplikationen, die sich daraus ergeben, sind es, die die oben erwähnten Ereignisse, mit sich gebracht haben. 'Wenn wir von den paar ersten Jahren des Kampfes um die Eroberung der Arbeit absehen, so ging das Streben der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina dahin, im Wege der -jüdischen Aufbauarbeit eine nationale Wirtschaft im Lande zu schaffen, bei der das Volk "als solches der Eigentümer der Produktionsmittel und die Arbeiterschaft ihre unmittelbare Verwalterin sein sollte. Die Entwicklung der Vorkriegsiahre, wo immer neue landwirtschaftliche Arbeitergenossenschaften mit nationalen Mitteln geschaffen wurden, bedeutete ein tatsächliches Weiterkommen auf diesem Wege. Demgegenüber fiel der Gegensatz zu den auf unbeschränktem Eigentum basierenden jüdischen Kolonien und den jüdischen Wirtschaftsformen der Stadt nicht allzu sehr ins Gewicht, weil die ersteren durch die rasche Entwicklung des Arbeitergenossenschaftswesens immer mehr überflügelt zu werden1 schienen und die anderen in. quantitativer Hinsicht nnreine äußerst geringe ..Rolle spielten. . \ * ''* -'. Die ^Nachkriegsöahre brachten einschneidende Aenderungeri in dieser Hinsicht. Einerseits strömten große, im Vergleich mit der vorigen Periode sogar sehr große Arbeitermassen ins Land, deren Absiedlung wegen nicht in gleicher Proportion gestiegener Einnahmender »nationalen Fonds unmöglich war, andererseits aber begann der große Zustrom des Privatkapitals, der in den Jahren 1924-25 seinen Kulminationspunkt erreichte. Der größte Teil der neuen Arbeitereinwanderer fand schließlich nach einer kürzeren oder längeren Periode von Arbeitslosigkeit und 'verschiedenen Gelegenheitsarbeiten Unterkunft in der neu aüfsfrebenden Industrie—in erster Reihe in der Bauindustrie—•, die, .'durch Privatkapital aufgebaut, natürlich auf denselben Prinzipien basiert und durch dasselbe Streben nach Profit geleitet wird, wie derartige Unternehmungen in allen anderen Ländern, mag auch dieses Streben ifi vielen Fällen durch das nationale- Bewußtseih des Eigentümers mehr oder weniger gedämpft sein. Das Verhältiiis zwischen den in nationalen Wirtschaften eingeordneten und den in privaten Betrieben — in Dorf und Stadt —'beschäftigten Arbeitern verschiebt sich immer mehr zugunsten der letzteren. Daraus ergeben sich zwei folgenschwere Erscheinungen: Einerseits die unmittelbare Abhängigkeit der Arbeiterschaft von der Wirtschaftslage im Lände und andererseits der Zwangt ihre tag-

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